Das heikle Netzwerk des IZRS-Chefs

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Mitglied verhaftetDas heikle Netzwerk des IZRS-Chefs

In den letzten drei Jahren gründete der Präsident des Islamischen Zentralrats neun Vereine. Ein Mitglied eines Vereins wurde nun wegen Terrorismusverdacht verhaftet.

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IZRS-Präsident Nicolas Blancho hat in den letzten Jahren ein Netzwerk mit Mitgliedern aus reichen Golfstaaten aufgebaut.

IZRS-Präsident Nicolas Blancho hat in den letzten Jahren ein Netzwerk mit Mitgliedern aus reichen Golfstaaten aufgebaut.

Nicolas Blancho, Chef des Islamischen Zentralrats (IZRS), war fleissig in den letzten Jahren: Seit 2011 hat er schon neun Vereine mitbegründet, die an der gleichen Adresse in Bern wie der Zentralrat registriert sind, berichten die «Sonntagszeitung» und der «Sonntagsblick».

Die Präsidenten dieser Vereine haben mit der Schweiz allerdings wenig zu tun: Sie leben in den Golfstaaten Katar, Kuwait und Saudi-Arabien. Nicolas Blancho (31) selbst hat jeweils ein Vorstandsamt inne. Über die Vereine könne Blancho in den reichen Golfstaaten Geld sammeln, schreibt der «Sonntagsblick». Sie sind auf ausländische Geldgeber ausgerichtet. So kostet die Mitgliedschaft teilweise 1000 US-Dollar jährlich.

Blancho streitet gegenüber der «Sonntagszeitung» ab, dass ausländische Gelder in den IZRS fliessen. Zudem gebe es keine Verbindung zwischen den Vereinen und dem Zentralrat, er habe diese Ämter als Privater inne.

Im Kosovo wurde Anfang September der Imam der Grossen Moschee in Pristina verhaftet. Shefqet Krasniqi sitzt mit Blancho im Vorstand des Vereins Association des Savants Musulmans (ASM) mit Sitz in Bern.

Krasniqi wird von den Behörden gemäss «Sonntagsblick» Terrorismus, dazu Bedrohung der verfassungsgemässen Ordnung und Hasspredigten vorgeworfen. Von Krasniqi distanzieren will sich der Schweizer aber nicht. «Ich kenne Herrn Shefqet Krasniqi seit Jahren persönlich und kann mit grosser Gewissheit sagen, dass die Vorwürfe gegen ihn haltlos sind», schreibt Blancho auf der IZRS-Internetseite. «Seine wie die Verhaftung anderer Würdenträger ist eine Schande».

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