EDA passt Reisehinweise zur Türkei an

Aktualisiert

Erhöhtes AnschlagsrisikoEDA passt Reisehinweise zur Türkei an

Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) warnt Türkei-Reisende vor Anschlägen. Die neuen Hinweise gelten ab heute.

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Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seine Reisehinweise zur Türkei aktualisiert. Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen müsse im ganzen Land mit Anschlägen gerechnet werden, heisst es auf der EDA-Website.

Die innenpolitischen Spannungen sowie die bewaffneten Konflikte in den Nachbarländern Syrien und Irak haben laut EDA Auswirkungen auf die Sicherheitslage in der Türkei. So weisen die türkischen Behörden auf das Risiko von Terroranschlägen hin, schreibt das EDA. Gültig sind die Reisehinweise ab (heute) Montag.

«Reiseleitung kontaktieren»

Da derzeit in mehreren Kantonen Herbstferien sind, befinden sich viele Touristen aus der Schweiz in der Türkei. «Die Türkei gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Schweizer», sagt Tui-Mediensprecher Roland Schmid auf Anfrage von 20 Minuten. Man bedaure die Vorkommnisse sehr. Bislang habe sich aber noch niemand gemeldet, der früher aus der Türkei abreisen wollte. Auch Anfragen für Umbuchungen habe der Reiseveranstalter bislang nicht erhalten.

Tui empfiehlt den Touristen vor Ort, sich mit der Reiseleitung in Verbindung zu setzen. Kunden, die bereits eine Reise in das Land gebucht haben und umbuchen beziehungsweise stornieren wollen, sollten sich bei der Buchungsstelle, also zum Beispiel dem Reisebüro, melden. «So kann man eine individuelle Lösung finden, doch grundsätzlich gelten die generellen Reisebedingungen», sagt Schmid.

Auch bei Hotelplan hat man bislang keine Rückmeldungen erhalten. «Die meisten unserer Gäste verbringen Badeferien in der Südtürkei und sind somit rund sechs Autostunden von Ankara entfernt», sagt Sprecherin Anja Dobes. Sie empfiehlt ebenfalls, bei Fragen oder Unsicherheiten die Reiseleitung vor Ort zu kontaktieren.

Regionale Risiken

Das EDA rät von folgenden Gebieten ab: Hatay, Kilis, Gaziantep, Sanliurfa, Diyarbakir, Mardin, Batman, Bitlis, Siirt, Sirnak, Hakkari, Van, Agri und Igdir. Von Reisen jeder Art in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak wird abgeraten. Dort komme es immer wieder zu gravierenden Zwischenfällen.

In den übrigen Gebieten des Südostens und Ostens sei grosse Vorsicht geboten, vor allem in den Grenzgebieten zum Iran. Von Wanderungen in diesen Gebieten wird abgeraten. Reisende sollen unter anderem nur tagsüber unterwegs sein und sich bei den lokalen Behörden und Sicherheitskräften über die aktuelle Lage sowie über militärische Sicherheitszonen informieren. Anweisungen der Behörden seien zu befolgen.

Schwerer Anschlag

Im Südosten und Osten der Türkei flammte der Konflikt zwischen der Regierung und der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) wieder auf, bestehende Spannungen werden gemäss EDA durch die Lage in Syrien und Irak verstärkt.

Am 10. Oktober 2015 forderte ein Anschlag auf eine Demonstration in Ankara nach verschiedenen Angaben bis zu 127 Tote sowie 500 Verletzte. Gleichentags passte das EDA seine Reisehinweise an. (dia/sda)

Türkei

AKP unterbricht Wahlkampf

Die türkische Regierungspartei AKP sagt nach dem Bombenanschlag von Ankara alle Wahlkampfveranstaltungen bis Freitag ab. Das kündigte Parteisprecher Omer Celik heute an.

Zuvor hatte die pro-kurdische HDP erklärt, sie erwäge eine Absage alle Veranstaltungen vor der Parlamentswahl am 1. November. Nach Regierungsangaben wurden bei dem Anschlag am Samstag fast 100 Menschen getötet, die HDP sprach sogar von fast 130 Toten.

Die Regierung vermutet die im Nachbarland Syrien kämpfende Islamisten-Miliz IS dahinter. Die HDP beschuldigt die islamisch-konservative AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan, ihre Finger im Spiel zu haben, um ihre Stellung vor der Wahl am 1. November zu stärken. (sda)

Die Polizei hat den Ort des Anschlags in Ankara abgeriegelt.

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