Firmen lassen Schüler jetzt digital schnuppern

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BerufslehreFirmen lassen Schüler jetzt digital schnuppern

Wegen Corona konnten Tausende Lehrstellen nicht besetzt werden. Schnupperlehren werden deshalb digital angeboten und Bewerbungsgespräche über Instagram geführt.

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Derzeit sind wegen der Corona-Krise immer noch 15'500 Lehrstellen in der Schweiz offen. Yousty.ch hat eine Liste mit den Top 10 der meisten offenen Lehrstellen veröffentlicht. Mit fast 2000 offenen Stellen auf Platz 1: Das KV.
Platz zwei: Lehrstellen im Detailhandel, als Detaillhandeslfachmann gibt es noch 1600 freie Jobs.
Elektroinstallateure braucht es noch mindestens 800. Schnupperlehren übrigens werden derzeit auch digital angeboten.
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Derzeit sind wegen der Corona-Krise immer noch 15'500 Lehrstellen in der Schweiz offen. Yousty.ch hat eine Liste mit den Top 10 der meisten offenen Lehrstellen veröffentlicht. Mit fast 2000 offenen Stellen auf Platz 1: Das KV.

Keystone/Gaetan Bally

Ende Februar, vor sieben Wochen, wurde in der Schweiz der erste Corona-Fall bestätigt. Und seither wollten eigentlich Tausende Jugendliche irgendwo im Land eine Schnupperlehre machen oder sich bei einem Lehrbetrieb persönlich vorstellen.

Die Corona-Krise hat das in vielen Fällen verhindert: Derzeit sind gemäss der Lehrstellenplattform youtsy.ch immer noch über 15'500 Lehrstellen offen. «Die Anzahl der offenen Lehrstellen hat sich seit Beginn der Corona-Situation nicht verändert. Das heisst, dass seit Corona-Beginn nicht viele Lehrstellen besetzt wurden», teilte die Plattform weiter mit. Mit fast 2000 Angeboten gibt es die meisten freien Lehrstellen als Kaufmann/-frau.

Die neue Art von Lehrstellensuche in der Corona-Krise beginnt schon bei der Schnupperlehre, obwohl auf der Plattform 20'000 davon ausgeschrieben sind. «Eine Schnupperlehre ist vor Ort nur mehr selten möglich», teilt Yousty.ch mit. Deshalb werden Schnupperlehren nun digital angeboten: «Viele Firmen und Berufsverbände setzen bereits Videos ein», heisst es in der Mitteilung. Auch der Youtube-Account «Lehrstellen Schweiz» biete mit über 800 verschiedenen Lehrberufsvideos zusätzlichen Einblick in die Berufswelt.

Firmen interviewen Bewerber auf Whatsapp

Genau wie die Jugendlichen stellt die Corona-Krise auch die Lehrbetriebe vor eine völlig neue Situation. «Selbst wenn die aktuelle Situation bei vielen Firmen zu Prozessanpassungen führt,

suchen die Unternehmen noch verzweifelt nach jungen Talenten», heisst es in der Mitteilung weiter. Neuerdings würden Firmen bei der Suche nach geeigneten Lehrlingen zum Beispiel auf Insta oder Whatsapp live Bewerbungs-Interviews durchführen.

Es sei derzeit schwierig vorauszusagen, wie sich die Situation Ende Sommer präsentiere, wenn die Lehren beginnen sollten, sagte Yousty-Geschäftsführerin Domenica Mauch auf Anfrage von 20 Minuten. «Das wird auch davon abhängen, wie sehr die Betriebe unter der Situation noch leiden werden», sagt sie. Und Bewerbern rät sie, die digitalen Möglichkeiten zu nutzen und sich auch direkt bei den Firmen erkundigen. «Und wir haben auch Signale von Firmen, dass es ab Mitte Mai wieder möglich sein könnte, Schnupperlehren und Vorstellungsgespräche vor Ort durchzuführen.»

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