Probleme bei EinführungNeue Verspätung für den Pannenzug der SBB
Weil die ersten Einsätze nicht überzeugten, kommen die neuen Züge noch später. Die SBB entschuldigt sich.
Die SBB muss den Einsatz ihrer neuen Züge wieder verschieben. Statt wie geplant vor Weihnachten werden sie frühestens Mitte Januar 2019 auf der Linie des IC 1 zwischen St. Gallen und Genf fahren.
Der Einsatz der neuen Züge auf den Interregio-Linien zwischen Chur, St. Gallen, Zürich und Basel seit dem Fahrplanwechsel ist alles andere als ein Erfolg. Er ist gezeichnet von Pannen, Ausfällen und Verspätungen. «Die SBB ist mit der Zuverlässigkeit nicht zufrieden », sagt Sprecher Christian Ginsig. «Wir entschuldigen uns bei unseren Kunden für die Unannehmlichkeiten.»
Mehrere Störungen
Über die Festtage würden nun zahlreiche Sofortmassnahmen umgesetzt, um die Betriebsstabilität zu erhöhen. Sobald diese erreicht sei, werde der Einsatz auf den IC 1 ausgedehnt.
Offenbar hat der Zug mehrere Probleme. «Das Störungsbild war nicht immer in jedem Fall gleich», so SBB-Sprecher Ginsig. Deshalb fahre auf gewissen Zügen ein Techniker des Herstellers mit, damit möglichst schnell reagiert werden könne. Zudem stehe dem Lokpersonal eine Hotline mit Fachleuten zur Verfügung.
Von Herstellerin Bombardier erwarte man, die Fehler umgehend zu beheben. Ob eine Strafe oder Kompensationszahlung fällig wird, teilen weder die SBB noch Bombardier mit.
Neue Züge einfahren
Bombardier-Sprecher Andreas Bonifazi sagt, systematische Fehler gebe es nicht. Man müsse so viel wie möglich mit den neuen Zügen fahren, denn diese müssten auch eingefahren werden.
«Nach drei Wochen Einsatz kann man nicht vom Zuverlässigkeitsniveau ausgehen, das Züge normalerweise nach einem Jahr haben», sagt Bonifazi. «Die Erfahrung zeigt, dass Zugseinführungen immer komplex sind und man Betriebserfahrung sammeln muss.» Bombardier arbeite mit den Spezialisten der SBB «Hand in Hand».
Die Züge haben bereits jahrelang Verspätung: Nachdem sie im Jahr 2010 bestellt wurden, musste ihre ursprünglich für Ende 2013 geplante Inbetriebnahme wegen technischen Problemen und Rechtsstreitigkeiten immer wieder verschoben werden. Bei den neuen Doppelstock-Zügen handelt es sich um die grösste Beschaffung in der Geschichte der SBB: 1,9 Milliarden Franken kosten 59 Züge, drei weitere erhält die SBB wegen den Verzögerungen kostenlos.