Warmes WetterSkigebiete müssen Saisonstart verschieben
Wegen der hohen Temperaturen war es nicht möglich, die Pisten zu beschneien. Einige Skigebiete haben die Eröffnung darum verschoben.
Der goldene Herbst lockt noch einmal zum Wandern. Für die Skigebiete ist das ausserordentlich warme Wetter aber ein Problem: Die hohen Temperaturen hindern die Betreiber an der Beschneiung der Pisten.
So hätte letzte Woche das Skigebiet Diavolezza im Bündnerland öffnen sollen. Wegen der stetigen Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht sei dies nicht möglich gewesen, so Markus Moser, Geschäftsführer der Diavolezza-, Corvatsch- und Lagalb-Bergbahnen. «Wir können die Pisten derzeit nur für Trainingsgruppen anbieten. Den Gästen und Einheimischen wollen wir sie noch nicht öffnen, weil die Pisten momentan noch nicht unseren Qualitätsstandards entsprechen.» Die Pisten seien zu hart und nur für sehr gute Skifahrer befahrbar.
Trainingsgruppen am stärksten betroffen
Die Hoffnung liege jetzt auf dem kommenden Wochenende. «Wir können vor allem in der Nacht beschneien. Tagsüber ist es noch immer zu warm», sagt Moser. Die Temperaturen müssten unter dem Gefrierpunkt liegen, damit man die Schneekanonen auch tagsüber in Betrieb nehmen könnte.
Auch das Skigebiet in Engelberg, das insgesamt 82 Kilometer befahrbare Skipisten hat, muss seinen Saisonstart vertagen. Peter Reinle von den Titlis-Bergbahnen hofft, dass nächste Woche zumindest fünf bis acht Kilometer geöffnet werden können. «Es ist einfach zu warm, um technischen Schnee zu machen. Wir schieben den Termin Woche für Woche und hoffen auf die nötigen Minustemperaturen», sagt Reinle. Die Chancen würden bei 50 Prozent liegen, dass der nächste Termin am 1. November eingehalten werden könne. Am schlimmsten treffe es die Trainingsgruppen, die zu wenig Möglichkeiten hätten, um richtig zu trainieren. Darunter sind zum Beispiel Skiprofis, die sich auf den Weltcup vorbereiten.
«Wir haben noch gar kein Bauchweh»
Die Betreiber der Jungfraubahnen rechnen mit einem frühesten Start per 17. November. Derzeit werde noch kein Kunstschnee produziert, wie Manuela Zurschmiede sagt: «Sobald wir laut Wetterprognosen davon ausgehen können, dass die Temperaturen über mehrere Nächte unter dem Gefrierpunkt bleiben, wird die Produktion aufgenommen.» Auch in Laax verhindern milde Temperaturen die Produktion von technischem Schnee. Martina Calonder vom Skigebiet Laax sagt: «Im Oktober ist dies jedoch nichts Aussergewöhnliches und ab nächster Woche sollten die Temperaturen schon sinken.»
Trotz der Verschiebungen sind die meisten Skigebiete guter Dinge, dass der Winter erfolgreich wird. Ausserdem blicken viele auf einen positiven Herbst zurück: «Wir konnten die ausgefallenen Skiwochen durch die sommerlichen Wandertage gut kompensieren», sagt Reinle von Titlis-Bergbahnen. Sie hätten circa fünf Prozent mehr Gäste angelockt als im Oktober vor einem Jahr, als man bereits Ski fahren konnte. Weiter sagt er: «Es ist normal und macht uns noch gar kein Bauchweh. Dramatisch wäre es, wenn es an Weihnachten keinen Schnee hätte.»
Markus Moser von der Corvatsch AG sagt, die Kommunikation habe gut funktioniert, und die Kunden seien auf die Verschiebung entsprechend vorbereitet. «Viele hatten grosses Verständnis für die Situation. Sie haben sogleich umgeplant und gingen auf dem Berg wandern.» Auch die Jungfraubahnen befinden sich noch in der Sommersaison: «Wir profitieren noch von den hohen Temperaturen und dem schönen Sommer», sagt Zurschmiede.
Diese Pisten sind bereits geöffnet
Engelberg, Andermatt oder Arosa planen die Eröffnung in den nächsten Wochen.