Schnäppchen auf RicardoWer will einen 10-Tonnen-Panzer für den Vorgarten?
Ungewöhnliche Auktion auf ricardo.ch: Ein Toggenburger bietet einen fast neuwertigen Radpanzer vom Typ Piranha zum Kauf an.
«Amphibienfahrzeug in gutem Zustand, vollfunktionstüchtiger Panzer, neue Pneus – einmalige Gelegenheit!» So wird auf ricardo.ch ein Piranha-Radpanzer angepriesen. Occasion, 3000 Kilometer, fast zehn Tonnen schwer. Der Preis bei sofortigem Kauf liegt bei 52'000 Franken.
Verkäufer ist Patrick Sturm aus dem toggenburgischen St. Peterzell. Er handelt mit Offroad-Fahrzeugen und baut diese um, zum Beispiel für Traveller, die einmal quer durch Afrika fahren möchten. Den Piranha hat er von einem anderen Offroadfan gekauft.
«Ich bin ein paarmal damit herumgefahren», so Sturm. Zum Fahrgefühl sagt er: «Ist nichts Besonderes, der Piranha fährt sich wie ein Auto. Ist sogar ein Automat». Da das Fahrzeug bei ihm nur unnütz herumsteht, möchte er es verkaufen und stellte es auf ricardo.ch, wie er es auch mit anderen Offroadern tut, mit denen er handelt.
Seit einem Bericht auf dem Lokalsender TVO melden sich bei ihm viele Interessierte. Die passende Summe wurde ihm aber bislang nicht geboten. Sturm verkauft den Panzer auch nicht an jeden X-beliebigen: Am liebsten wäre ihm ein Sammler, ein Museum oder ein Militärclub. Und: Der Panzer sollte möglichst im Inland bleiben.
Herausforderung MFK
Auf den Käufer kommen allenfalls noch weitere Kosten zu. Denn mit dem Fahrzeug durch die MFK zu kommen wird wohl kein Kinderspiel. «Gebaut wurde der Piranha für militärische Zwecke und nicht für Private. Daher erfüllen solche Fahrzeuge
Abgas-, Lärm-, und Abmessungsvorschriften meistens nicht», so Fritz Oehler vom St. Galler Strassenverkehrsamt. Um den Panzer strassentauglich zu machen, müssten entsprechende Umbauten vorgenommen werden. In Gewässern – der Piranha ist schwimmfähig und hat Schiffsschrauben – wird er wohl gar nie tuckern dürfen.
Auf privatem Gelände darf mit dem Piranha hingegen nach Herzenslust gefahren werden. «Es gibt auch die Möglichkeit, Offroadpisten damit zu befahren», so Sturm. Er selber hat nur wenige Fahrten mit dem Panzer unternommen, etwa zur Tankstelle. Dort wird man den neuen Besitzer oft sehen: Der Fünfliter-Diesel des Piranha ist sehr durstig. «Laut Hersteller verbraucht er 35 Liter auf hundert Kilometer – vermutlich schluckt er aber einiges mehr», meint Sturm.
Lastwagenfahrausweis genügt
Einen speziellen Panzerführerschein braucht man nicht. «Ein LKW-Fahrausweis genügt», so Sturm, der von Haus aus kein Panzerfahrer ist. Er durfte aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Rekrutenschule. Der Panzer selber wurde übrigens nie von Soldaten gefahren: Der Piranha stand beim Hersteller Mowag als Vorführmodell für interessierte Kunden im Einsatz. «Mit dem Panzer konnten also keine Rekruten ‹umerueche›», preist Sturm das Fahrzeug an.
Bislang hat auf der Auktionsplattform noch niemand ein Gebot für den Panzer abgegeben. Die Auktion läuft noch bis Samstag, 16. Mai, kurz vor Mittag.
Bericht von TVO: