BahnhofstrasseNeue Spezial-Patrouille für Zürcher Juweliere
Als Hochrisiko-Gebiet bezeichnet der Sicherheitsdienst Protectas die Zürcher Bahnhofstrasse. Ein neuer Patrouillendienst soll nun die Juweliere vor Raubüberfällen schützen.

Bewaffnete Protectas-Mitarbeiter patrouillieren seit Anfang Juni an der Bahnhofstrasse, um Juweliere vor Überfällen zu schützen.
Im vergangenenen Februar erwischte es den Edel-Juwelier Chopard, im April schlugen brutale Räuber dann in der Bijouterie Türler zu. Doch damit soll künftig Schluss sein: Seit kurzem wird die Bahnhofstrasse von einer sogenannten Area Patrol bewacht. Die mit schuss- und stichsicheren Westen ausgestatteten Sicherheitsleute der Firma Protectas patrouillieren im oberen, exklusiven Teil der Zürcher Einkaufsmeile und sollen so insbesondere die Juweliere vor Überfällen bewahren.
Der Dienst sei in dieser «High Risk Area» auch dringend nötig, sagt Daniel Brünisholz, Bereichsleiter Retail bei Protectas. «Die hochprofessionellen Banden observieren im Vorfeld die Geschäfte ausgiebig, um Schwachpunkte zu erkennen.» Durch die starke Präsenz der Sicherheitsmitarbeiter werde das Gebiet aber für Täter unattraktiver und risikoreicher. Fakt sei: Heute würden die Räuber fast ausschliesslich tagsüber zuschlagen, um sich an den Auslagen zu bedienen. «Nachts kommen sie kaum mehr rein – und falls doch, steht die Polizei schon vor der Tür, bevor die Täter den Tresor erreicht haben», so Brünisholz. Umso wichtiger sei es, auch am Tag oberste Vorsicht walten zu lassen.
Wer die Auftraggeber sind, bleibt geheim
Welche Bijouterien die Firma Protectas mit der Sicherheitspatrouille beauftragt haben, wird «aus Diskretionsgründen» nicht verraten. Bei den von 20 Minuten kontaktierten, grösseren Geschäften wollte niemand zugeben, den Dienst in Anspruch zu nehmen. Wie Brünisholz beteuert, handelt es sich jedoch um «mehrere Kunden», die allesamt im oberen Teil der Bahnhofstrasse ansässig seien. Grundsätzlich basiere das Konzept auf dem Solidaritätsprinzip. «Je mehr Kunden, umso tiefere Kosten und höhere Präsenzzeiten können wir anbieten.»
Unterwegs ist die Area Patrol seit dem 1. Juni. «Prävention lässt sich zwar nur schwer messen», sagt Brünisholz. Das Konzept werde aber in ähnlicher Form bereits in anderen europäischen Städten wie Oslo oder Wien angewendet. «Und es funktioniert.»
Die Aufgaben der Area-Patrol Bahnhofstrasse Zürich:
- Uniformierte und bewaffnete Patrouillen und Überwachungen im Aussenbereich und im Umfeld der Geschäfte zum Zweck der Raubüberfallprävention
- Beobachten und melden von sicherheitsrelevanten Vorkommnissen an die richtigen Stellen (z.B. Alarmierung der Polizei)
- Rasche und effektive Intervention in Gefahrensituationen
- Tägliche online Rapportierung via Rapportierungs- und Warnmeldesystem