«Ich werde mich ans Rauchverbot halten»

Aktualisiert

Jacqueline Badran«Ich werde mich ans Rauchverbot halten»

Nach ihrem Rausschmiss aus einem Zürcher Club nimmt SP-Nationalrätin Jacqueline Badran Stellung. Ihr sei wegen einer «absoluten Bagatelle» Gewalt angetan worden.

Marco Lüssi
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Marco Lüssi
Jacqueline Badran wehrt sich gegen die Vorwürfe, die die Betreiber des Auras wegen ihres Verhaltens vor ihrem Rausschmiss aus dem Club gegen sie erheben.

Jacqueline Badran wehrt sich gegen die Vorwürfe, die die Betreiber des Auras wegen ihres Verhaltens vor ihrem Rausschmiss aus dem Club gegen sie erheben.

Frau Badran, was ist am Freitagabend bei der Party im Aura wirklich passiert?

Jacqueline Badran: Ein Türsteher hat wegen einer absoluten Bagatelle Gewalt gegen mich angewendet. Ich wurde in den Schwitzkasten genommen und durch das Foyer und eine Treppe runtergeschleift, es war wie in einem schlechten Comic. Noch mehr als dies hat es mich empört, dass die einzige Person, die mir hätte helfen können, einfach weggesehen und keinen Finger gerührt hat.

Sie haben trotz Rauchverbot im Club geraucht. Müssten Sie so etwas nicht unterlassen - gerade auch wegen Ihrer Vorbildfunktion als Nationalrätin?

Meine politische Funktion hat damit gar nichts zu tun. Der Zweck des Rauchverbots ist es, andere Menschen vor dem Passivrauchen zu schützen. Da sich aber ausser meinem Begleiter Alex Baur niemand in dem Foyer befand, wo wir weit herausgelehnt aus dem Fenster rauchten, war niemand gefährdet. Das hat auch niemanden gestört.

Laut den Verantwortlichen vom Aura haben Sie dem Türsteher gesagt: «Ich bin Nationalrätin, ich darf das.»

Das ist komplett falsch. So etwas würde ich nicht einmal denken. Ich verstehe jeden, der sauer auf mich ist, wenn er glaubt, ich hätte wirklich so etwas gesagt. Das habe ich aber nicht. Mir ist jeglicher Standesdünkel fern, das kann jeder bezeugen, der mich kennt. Als Bastien Girod sich nach dem Vorfall für mich einsetzte und dabei gegenüber den Türstehern auch erwähnte, dass ich Nationalrätin bin, forderte ich ihn sogar auf, das zu lassen.

Gemäss der Aura-Sprecherin wirkten Sie an diesem Abend alkoholisiert.

Wer mich kennt, weiss, das ich nicht trinke. Ich habe an diesem Abend bei der Ankunft zum Anstossen ein Cüpli bekommen. Ich habe es aber fast voll stehen lassen, weil ich Alkohol einfach nicht gerne habe. Nur weil auch das Mineralwasser an diesem Anlass in Cüpli-Gläsern serviert wurde, konnte überhaupt der Eindruck entstehen, dass ich Alkohol trank. Es gibt viele Zeugen davon, dass ich nicht betrunken war.

Laut der Aura-Sprecherin haben Sie den Türsteher übel beschimpft.

Auch das stimmt nicht. «Gehts noch, das ist jenseits», ist das einzige, was ich zu ihm gesagt habe.

Werden Sie gegen den Türsteher Anzeige wegen Körperverletzung erstatten?

Nein, für so etwas habe ich keine Zeit. Ich hatte mein Leben lang noch nie etwas mit der Justiz zu schaffen, und das soll so bleiben. Aber die blauen Flecken, die mir zugefügt wurden, habe ich fotografisch dokumentiert. Die sind aber an Stellen, die ich der Öffentlichkeit nicht zeigen will.

Was für Lehren ziehen Sie aus dem Vorfall?

Ich werde mich künftig peinlich genau ans Rauchverbot halten. Und ich hätte meinem Ärger über diesen Vorfall besser nicht über Twitter Luft gemacht.

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