Liebe Fahrgäste, bitte aussteigen und schieben

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Stadt ZürichLiebe Fahrgäste, bitte aussteigen und schieben

Mitten auf dem Zürcher Albisriederplatz legten Passagiere Hand an, um einen VBZ-Trolleybus wegzuschieben. Schuld war eine Stromlücke und ein Hilfsmotor, der versagt hatte.

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Wer am Mittwochabend etwa um 18.15 Uhr am Albisriederplatz unterwegs war, dem bot sich ein seltenes Bild: Als ein Trolleybus der Linie 72 mitten auf der Kreuzung stehen blieb, stiegen die Passagiere aus dem Bus aus und mussten ihn aus dem Weg schieben. «Durch den stehen gebliebenen Bus wurde der Verkehr blockiert – insbesondere der Trambetrieb», wie VBZ-Sprecher Andreas Uhl bestätigt.

Dies bekam auch Sascha Müller zu spüren: «Ich war auf dem Heimweg von der Arbeit, als unser Tram kurz vor dem Albisriederplatz nicht mehr weiterfahren konnte.» Alle Passagiere mussten aussteigen. Draussen sah er, wie rund 15 Personen versuchten, den Bus wegzustossen. «Das sieht man nicht alle Tage», so der 22-jährige Zürcher.

Hilfsmotor funktionierte nicht

Im Bus sass Ursula Steingruber: «Der Chauffeur bat uns dann über Lautsprecher, ihm beim Anschieben zu helfen.» Als zunächst nur ein Teil ausstieg und zu stossen begann, habe er sich erneut gemeldet: «Er sagte, es müssten alle raus, sonst sei der Bus zu schwer.» Steingruber wunderte sich zwar darüber, dass es keinen Plan B gab: «Insgesamt war die Szene aber amüsant.»

Grund für das Stehenbleiben des Busses war laut Uhl ein kurzes Stück der Oberleitung, auf dem kein Strom fliesst. Die Busfahrer wüssten zwar, dass sie bei dieser Stelle mit Anlauf über die Kreuzung fahren müssten. «Es kann aber mal vorkommen, dass ein Chauffeur genau bei diesem Übergang bremsen muss und stehen bleibt», sagt er. In diesem Falle müsse auf den mit Diesel oder Batterie betriebenen Hilfsmotor umgeschaltet werden. «Aus unbekannten Gründen funktionierte jedoch auch dies nicht.»

Mehrere Dutzend solche Stromlücken

Auf dem VBZ-Netz gibt es mehrere Dutzend solche Stromlücken für Busse – immer dort, wo Tram- und Trolleybuslinien sich kreuzen. Denn diese verfügen über separate Fahrleitungen. Laut Uhl ist das stromlose Teilstück maximal einen Meter lang: «Unsere Chauffeure sind gut genug ausgebildet, sodass eine Änderung nicht nötig ist – zumal so etwas selten vorkommt.»

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