Stadt will Zürcher zu Guerilla-Gärtnern machen

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Blühendes ZürichStadt will Zürcher zu Guerilla-Gärtnern machen

Wer öffentliche Baumrabatten in Zürich mit Blumen aufhübschen möchte, kann bei der Stadt neu gratis Samen beziehen. Man darf diese auch im eigenen Garten verwenden.

Roman Hodel
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Roman Hodel
Die Samensäckli sind ab 16. März gratis erhältlich.

Die Samensäckli sind ab 16. März gratis erhältlich.

Sie heissen Malven-Power sowie Wilde Blumen und enthalten Samen, aus denen dereinst Wiesen-Margeriten, Feld-Witwenblumen oder Bisam-Malven wachsen: Die zwei Samenmischungen, die Grün Stadt Zürich neu im Angebot hat. Stadtzürcher können diese gratis beziehen und von Mitte April bis Mitte Juni säen. «An Orten, wo es Sinn macht», wie Lukas Handschin, Sprecher von Grün Stadt Zürich, betont. Im Fokus seien vor allem öffentliche Rabatten unter den Bäumen. Eine Samentüte reicht für zwei bis drei dieser Rabatten.

Bedenken, dass die Mischungen auch in Parkanlagen oder in Blumenrabatten etwa am Bürkliplatz gestreut werden, hat Handschin keine: «Ich traue den Leuten zu, dass sie respektvoll damit umgehen und nicht an Orten säen, wo Grün Stadt Zürich ohnehin schon tätig ist.» Hingegen darf man die Samen durchaus auch im eigenen Garten verwenden. «Wir haben damit kein Problem – es nützt der Biodiversität auch dort.»

Bedürfnis der Bevölkerung

Auf die Idee mit den Tüten gekommen sei ein Mitarbeiter von Grün Stadt Zürich. «Zudem stellten wir fest, dass in der Bevölkerung das Bedürfnis vorhanden ist, etwas zur Begrünung der Stadt beizutragen», so Handschin. Bestes Beispiel dafür ist der stadtbekannte Guerilla-Gärtner Maurice Maggi. Er sorgt schon seit Jahrzehnten dafür, dass Zürich bunter blüht – vor allem mit seinen Stockmalven.

Deren Länge von bis zu 1,80 Meter ist allerdings ein Problem für die Verkehrssicherheit: Bei starken Gewittern etwa knicken die Stockmalven oft auf die Strasse um. Velofahrer etwa müssen ausweichen. «Da ist es schon zu kritischen Situationen gekommen», sagt Handschin. Deshalb habe man extra eine Malven-Sorte ausgewählt, die nur bis 1 Meter hoch werde.

Tüten kosten die Stadt 20'000 Franken

Vorerst hat Grün Stadt Zürich 20'000 Tüten produzieren lassen – Kostenpunkt rund 20'000 Franken. «Mit Blick auf die rund 22'000 Baumrabatten in der Stadt müsste das reichen», sagt Handschin. Blühen werden die Pflanzen allerdings erst ein Jahr nach der Aussaat – dafür kommen sie danach über mehrere Jahre wieder. Beziehen kann man die Tüten am Samstag, 16. März, von 14 bis 16 Uhr auf der Fritschiwiese sowie ab 20. März im Sekretariat von Grün Stadt Zürich am Beatenplatz, in der Sukkulenten-Sammlung am Mythenquai und in den Friedhofbüros. Handschin: «Mitarbeitende von Grün Stadt Zürich sind auch gerne mit Tipps behilflich.»

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