Zürich-WitikonTote Fische wegen Stadtzürcher Abwasser
Ein Leser-Reporter entdeckte tote Fische in einem Stadtzürcher Bach. Grund ist ein verstopftes Becken von Entsorgung und Recycling Zürich.
Jeden Tag geht ein 20-Minuten-Leser aus Zürich-Witikon nach Feierabend am Stadtzürcher Elefantenbach joggen. «Am Dienstag fiel mir stinkender Geruch auf, das Wasser war auffallend trüb und vereinzelt waren Schaumansammlungen im Bach zu sehen», so der Mann. Am Mittwoch sei das Wasser dann wieder kristallklar gewesen, wie gewohnt – aber: «Am Grund entdeckte ich mehrere tote Forellen – einige nur fingerlang, andere bis zu 20 Zentimeter gross.»
Daneben habe er WC-Rückstände wie etwa Damenbinden entdeckt. Der Zürcher ist entsetzt: «Ich finde es einen Skandal, dass trotz klarer Gewässer- und Umweltschutzbestimmungen es ein Quartier nicht schafft, die heimische Flora und Fauna und seinen seltenen und schönen Bachforellenbestand zu schützen.»
Grund liegt bei städtischem Sammelbecken
Die Stadtpolizei Zürich hat Kenntnis vom Fischsterben im Elefantenbach, wie Sprecher Marc Surber bestätigt: «Die Einsatzkräfte vor Ort haben über ein Dutzend tote Fische festgestellt.» Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. «Die von uns genommenen Wasserproben wurden vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) untersucht», sagt Surber.
Der Grund für die Verschmutzung liegt bei einem verstopften Sammelbecken von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) auf der Höhe Buchholzstrasse in Witikon, wo das Abwasser der umliegenden Häuser gesammelt wird. «Weil das Abwasser im Becken gestaut war, verwandelte es sich zu einer Art Gülle. Als das Becken voll war, wurde das Abwasser über eine Entlastungsleitung in den Elefantenbach geleitet», so ERZ-Sprecher Daniel Eberhard.
Zweite Verstopfung innert kurzer Zeit
«Leider kam es nun innert kurzer Zeit zweimal zu einer Verstopfung bei diesem Becken – grundsätzlich handelt es sich aber um ein aussergewöhnliches Ereignis.» Wie es zur Verstopfung gekommen ist, ist laut Eberhard unklar: «Es kann eine Windel gewesen sein oder andere Gegenstände, die nicht ins Abwasser gehören.»
Bei ERZ bedauert man den Vorfall und gibt ebenfalls Entwarnung: «Wir waren vor Ort und haben die Verstopfung behoben. Es besteht keine weitere Gefahr für die Umwelt.»