Bosnien will der Schweiz Hajrovic abwerben

Aktualisiert

Nach Nati-AufgebotBosnien will der Schweiz Hajrovic abwerben

Izet Hajrovic ist der einzige Neuling im Nati-Aufgebot von Ottmar Hitzfeld. Das hat anscheinend in Bosnien unter anderem bei Superstar Edin Dzeko für einigen Wirbel gesorgt.

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Am Mittwoch schliesst die Nationalmannschaft das Länderspieljahr mit dem Test in Tunesien ab. Am Montag reiste der Tross an die afrikanische Mittelmeerküste nach Sousse. Mit dabei ist der Neuling Izet Hajrovic von den Grasshoppers.

Hitzfeld weiss um die technischen Fähigkeiten des Linksfüssers, der in der Offensive auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann. Dennoch hat das Aufgebot wohl auch sportpolitische Gründe. Hajrovic hat bosnische Wurzeln und könnte dereinst auch für die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina spielen. Ein Einsatz im Testspiel in Tunesien würde ihn noch nicht an die Schweiz binden. Das wissen sie auch auf dem Balkan. Jedenfalls haben sich die Bosnier sofort mit Hajrovic in Verbindung gesetzt, sobald sie Kenntnis vom Schweizer Aufgebot hatten. «Am Wochenende haben sich Trainer Safet Susic, Edin Dzeko, Senad Lulic und noch drei, vier andere bei mir gemeldet», berichtet Hajrovic.

«Ich habe mich für die Schweiz entschieden»

«Auf einmal», hätten sie sich gemeldet. Zuvor hatte der 21-Jährige noch nie etwas aus Bosnien gehört. Hajrovic hält denn am Flughafen auch fest: «Ich habe mich für die Schweiz entschieden.» Doch wie gesagt: Ein Einsatz im Testspiel macht die Türe für Bosnien noch nicht zu. Dafür wären Einsatzminuten in einem Ernstkampf nötig. Der nächste steht erst im März auf Zypern an.

Bis dahin kann noch vieles geschehen. «Ich war überrascht vom Aufgebot», so der GC-Spieler, «Salatic und Zuber hätten es auch verdient gehabt. Meine Vorfreude ist riesig und ich möchte den Moment geniessen.» Alle Spieler kannte der Neuling nicht persönlich, so habe er sich teilweise kurz vorstellen müssen. Auch Hitzfeld traf der Mittelfeldspieler zum ersten Mal vor dem Abflug am Flughafen, wo es in der Lobby zum ersten Gespräch kam.

Erst bei der U20 erstmals aufgeboten

Die Integration wird dem 21-jährigen Aargauer aus Birr in dieser jungen Mannschaft nicht schwer fallen. Gerade die anderen Spieler mit den Jahrgängen 1991, Admir Mehmedi und Xherdan Shaqiri, sowie die 20-jährigen Nassim Ben Khalifa, sein Teamkollege bei GC, Ricardo Rodriguez und Granit Xhaka kennt er bestens. Im Gegensatz zu diesem Quintett ist Hajrovic in den Verbandsauswahlen ein Spätzünder. Als Teenager fiel er durchs Netz und kam erst in der U20 unter Martin Trümpler zu seinem ersten Aufgebot für eine SFV-Auswahl.

Hajrovic ist nach Matias Vitkieviez, Adrian Winter, Alain Wiss, Michel Morganella, Josip Drmic und Marco Mathys der siebte Spieler, der von Hitzfeld in diesem Jahr erstmals in den Kreis der Nationalmannschaft berufen wurde. Ausser Winter kam bei keinem nach den Schnuppertagen eine weitere Nomination dazu. Dass der Weg zu einem Stammplatz in der Nati nicht einfach ist, weiss Hajrovic: «Sich anbieten ist im Moment schwierig, das erschüttert mich aber nicht. Ich kann mich nur auf dem Platz beweisen.» (ete/si)

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