Servette wendet Konkurs vorerst ab

Aktualisiert

Weitere Gläubiger wartenServette wendet Konkurs vorerst ab

Im allerletzten Moment kann Servettes Präsident Majid Pishyar das angedrohte Konkursverfahren abwenden. Die Sache dürfte damit aber noch nicht ausgestanden sein.

Servette-Präsident Majid Pishyar gerät immer mehr unter Druck.

Servette-Präsident Majid Pishyar gerät immer mehr unter Druck.

Rund 90 000 Franken soll Servette einem Genfer Reinigungsunternehmen schulden, das für die Sauberkeit im Stade de Genève zuständig ist. Die Rechnungen würden bis in den letzten August zurückgehen, liess Stéphane Guex verlauten. Dem ehemaligen Servette-Spieler gehört die Firma Cleantonic, die am Donnerstag angekündigt hat, Anfang nächster Woche ein Konkursbegehren bei einem Genfer Gericht zu stellen. Kurz nach Mittag informierte der Firmenanwalt, dass man vorderhand darauf verzichte, weil Servette-Präsident Majid Pishyar am Freitagmorgen die bei einem Treffer vereinbarte erste Tranche von 30 000 Franken überwiesen habe. Der Rest müsse in den nächsten sieben Monaten abgestottert werden.

Pishyar nahm auf der Servette-Homepage Stellung dazu und erklärte, dass man wegen der langen Winterpause ohne wesentliche Einnahmen geblieben und deswegen in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sei. Er beklagte sich gleichzeitig darüber, dass dem Klub nahestehende Personen nicht mehr Verständnis für die Probleme des Vereins aufbrächten. Es zeige ihm erneut, wie gross der Graben zwischen der Genfer Wirtschaft und Servette sei. Guex, der von 1985 bis 1992 bei Servette spielte, hielt dagegen, dass seine Firma 60 Prozent der Einnahmen im Stade de Genève erziele und er bei einem weiteren Zahlungsausfall zwölf Angestellte hätte auf die Strasse stellen müssen.

Alves will eine Million

Pishyar vermochte mit seiner Anzahlung einen möglichen Konkurs vorerst abzuwenden, doch es droht weiteres Ungemach. Der von ihm entlassene Trainer João Alves (Por) fordert von Servette eine Million Franken für Löhne und Prämien, da sein Vertrag noch bis Sommer 2013 gültig ist. Zudem soll Servette den Stadtwerken noch immer rund 100 000 Franken für Strom- und Wasserkosten im Stadion schulden. Auch ein Dutzend Angestellte der Nachwuchs-Akademie sollen noch immer auf seine Gehälter warten. (si)

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