Mit dem Bruder und der Schwester auf der Tour

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Beach-GeschwisterMit dem Bruder und der Schwester auf der Tour

Wer vom Beachvolleyball-Virus befallen ist, steckt häufig Familienmitglieder an. Die Geschwister Heidrich und Gerson gehören zum Nationalkader.

Peter Berger
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Peter Berger
Geschwister: Mirco und Dunja Gerson sowie Joana und Adrian Heidrich (v.l.)
Joana Heidrich (r.) bildet mit Anouk Vergé-Dépré – deren jüngere Schwester Zoé ebenfalls Beachvolleyball spielt –  derzeit das Schweizer Top-Duo.
Die Brüder Paul (vorne) und Martin Laciga aus Kerzers waren die Schweizer Beachvolleyball-Pioniere.
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Geschwister: Mirco und Dunja Gerson sowie Joana und Adrian Heidrich (v.l.)

pbt

Paul und Martin Laciga waren die Schweizer Beachvolleyball-Pioniere. Und sie waren Brüder. Seit den beiden Freiburgern hat es im Sand immer wieder Geschwisterpaare gegeben, etwa die Sutter-Brüder oder die Schmocker-Zwillingsschwestern. Aktuell gehören wieder Geschwister dem Schweizer Nationalkader an. Joana Heidrich spielt an der Seite von Anouk Vergé-Dépré, Bruder Adrian Heidrich mit Gabriel Kissling, der früher mit Bruder Jonas Kissling spielte. Auch Mirco und Dunja Gerson gehören mit ihren Partnern Michiel Zandbergen und Nicole Eiholzer aktuell zu den Schweizer Nationalteams.

«Es ist meine Schuld, dass Adrian auch Beachvolleyball spielt», sagt die 25-jährige Joana Heidrich. «Ich war die Erste in der Familie und habe meine beiden Brüder angesteckt.» Florian (27) spielt mittlerweile nur noch in der Halle. Das Heidrich-Trio bringt für die Sportart Gardemasse mit. Der Jüngste ist der Grösste – Adrian (22) misst 2,07 m, Florian 1,95 m und Joana 1,90 m. «Wir sind aber noch nicht auf dem gleichen Niveau», sagt Adrian. «Ich eifere Joana nach. Ich will wie sie in Rio auch einmal an Olympische Spiele.»

Auf die Schwester aufpassen

Dass sich Bruder und Schwester Heidrich auch immer öfters an den gleichen Turnieren sehen, ist für die beiden Klotener überhaupt kein Problem. Auch die Gersons aus Belp BE bestätigen dies. «Wir finden es cool und geniessen es», so die 21-jährige Dunja Gerson. Der drei Jahre ältere Mirco sagt sogar: «Wenn ich zum Beispiel in China bin und jetzt auch meine Schwester dabei ist, löst das in mir so etwas wie Heimatgefühle aus. Es tut einfach gut, ein Familienmitglied dabei zu haben.» Dass der erfahrene Mirco in fremden Ländern dem Wunsch der Eltern entspricht und etwas auf die jüngere Schwester aufpasst, «ist ja selbstverständlich».

Die Gersons kamen durch ihre Eltern zum Volleyball. Die Familie kann zudem eine Besonderheit vorweisen. Jedes Familienmitglied wurde schon einmal Schweizer Meister im Beachvolleyball: Vater Marc triumphierte 1993, Mutter Cornelia ein Jahr später, Sohnemann Mirco 2013 und 2014, und Dunja holte 2010 den U15-Titel.

Saisonauftakt im Zürcher HB

Am Donnerstag beginnt die nationale Beachvolleyball-Tour mit dem Event im Zürcher Hauptbahnhof. Das neue Schweizer Top-Duo Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré ist dabei in der Favoritenrolle. «Wir befinden uns jedoch immer noch in der Findungsphase, der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen», dämpft die Bernerin Vergé-Dépré übertriebene Erwartungen vor dem zweiten gemeinsamen Auftritt. «Für mich ist es ein richtiges Heimturier», sagt die in Kloten lebende Heidrich. Beide verstecken ihre Ambitionen letztlich nicht: «Gewinnen war uns noch nie zuwider.»

http://zuerich.coopbeachtour.ch/

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