Abfall neben überfüllten Mülleimern nervt Besucher

Aktualisiert

LitteringAbfall neben überfüllten Mülleimern nervt Besucher

In Ostschweizer Naherholungsgebieten türmt sich an einem schönen Wochenende der Müll: Es fehlt an Abfallbehältern. Einheimische sind genervt.

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gts
Diese Fotos schoss Leser-Reporter D. A. die letzten Tage an Grill- und Feuerstellen um die Stadt Wil SG.
Er findet die Leute sollten ihren Müll mit nehmen, damit es nicht zu solchen Bildern kommt.
Ein anderer Leser-Reporter sieht das Problem bei der Stadt.
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Diese Fotos schoss Leser-Reporter D. A. die letzten Tage an Grill- und Feuerstellen um die Stadt Wil SG.

Leser-Reporter D. A.

«Jemand, der die Natur nicht respektiert, respektiert das Leben nicht», echauffiert sich Leser-Reporter D. A.* Am Sonntag stiess er bereits das zweite Mal innert kurzer Zeit in Wil auf Abfall, der neben dem Mülleimer entsorgt wurde. Die Kübel waren bereits überfüllt. In beiden Fällen waren Grill- und Feuerstellen betroffen. «Das erste Mal war ich mit meiner Familie unterwegs, dass zweite Mal beim Sport.»

Die Schuld sieht er dabei klar bei den Besuchern: «Es ist doch nicht so schwer, jeweils einen Sack mitzubringen und den eigenen Müll wieder mitzunehmen. Ich tue das auch, wenn ich Abfall produziere.» Er habe Verständnis dafür, dass etwa Jugendliche dort feiern – er wäre aber froh, sie würden am nächsten Morgen aufräumen.

Das Problem seien nicht die Menschen

Das Problem der überfüllten Abfalleimer beschränkt sich nicht auf Wil. Ein anderer Leser-Reporter ärgert sich ebenfalls – allerdings über die Behörden. «Die Menschen würden den Müll ordentlich entsorgen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.» Das sehe man daran, dass der Abfall in der Regel säuberlich bei den überfüllten Eimern deponiert werde. Probleme entstünden in der Regel später, wenn Tiere den Unrat in der Umgebung verstreuten. Schuld seien die Gemeinden: «Sie sollen in den beliebten Naherholungsgebieten einfach grosse Container bereitstellen.»

Sehe das nicht als klassisches Littering

Nora Steimer, Geschäftsleiterin der Interessengemeinschaft saubere Umwelt (IGSU), sieht bei dieser Art von Littering keinen Schuldigen: «Die Leute hatten die richtige Intention und die Städte sind wirklich bemüht die nötige Infrastruktur zu bieten.» So würden im Sommer in der Regel mehr Mülltouren gefahren als im Winter.

Steimer: «Am besten wäre es in dieser Situation, wenn man den Müll mitnimmt und in den nächsten freien Kübel wirft. Oft sind sie nur lokal überfüllt.» Dass die Personen den Müll mit nach Hause nehmen würden, könne man aber nicht erwarten. Abfall neben den vollen Mülleimer zu stellen sieht Steimer auch nicht als klassisches Littering an.

Man könne den Abfall ordentlich daneben deponieren

So sieht man es auch bei der Stadt Wil, wo Leser-Reporter D. A. auf die überfüllten Kübel traf. Laut Stefan Hauser, Leiter Kommunikation, hat niemand eine Busse zu befürchten, der Abfall neben einem vollen Eimer deponiert. «Im Sinne des Verursacherprinzips wäre es natürlich die beste Lösung, den eigenen Abfall nach dem Grillplausch einfach wieder mitzunehmen», sagt er. Man habe die Situation auf den betreffenden Grill-Plätzen im Auge. Insgesamt unterhalte Wil 250 Abfallbehälter unterschiedlicher Grösse. Hauser: «Bei schönem Wetter kann es durchaus solche Einzelfälle geben.»

* Name der Redaktion bekannt

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