GeburtskomplikationAuch bei Männern gibts postnatale Depressionen
Die postpartale Depression ist ein Phänomen, über welches kaum gesprochen wird, obwohl die Zahlen der Betroffenen steigen. Es fehlt an Unterstützung.
Darum gehts
Über postpartale Depressionen bei Frauen spricht man kaum.
Dass diese auch bei Männern existieren, wissen wenige.
Seit der Pandemie hat sich der Druck auf junge Familien noch verstärkt.
An einer postpartalen Depression – im Volksmund oft postnatale Depression genannt – erkranken gut 15 Prozent der Frauen, nachdem sie ihre Kinder zur Welt gebracht haben.
Wie der «SonntagsBlick» schreibt, sind aber nicht nur Frauen, sondern auch viele Männer davon betroffen. Nur sei es bei Frauen ein Tabuthema und bei Männern rede man erst gar nicht darüber. Es fehlt an Unterstützung, auch wenn laut einer Studie rund jeder zehnte Mann davon betroffen sei, wie der «SonntagsBlick» schreibt.
«Depression mit starken psychosomatischen Symptomen»
Ein Vater, der nach der Geburt seines Kindes an einer solchen Depression erkrankt ist, ist Marcelo Vicente. Er landete im Notfall, nachdem er ein plötzliches Stechen in der Brust spürte. Im Spital lautete die Diagnose «Depression mit starken psychosomatischen Symptomen». Danach verbrachte er vier Wochen in einer Klinik.
«Psychische Erkrankungen sind die häufigste Geburtskomplikation – und doch spricht man viel mehr über den plötzlichen Kindstod», sagt die Psychologin Fabienne Forster dem «SonntagsBlick». Durch die Pandemie sei die psychische Belastung bei jungen Familien noch verstärkt worden. 2022 hätten sich fast doppelt so viele Väter beim Verein postpartale Depression Schweiz gemeldet wie noch vor drei Jahren.
Hast du Probleme mit deinen Eltern oder Kindern?
Hier findest du Hilfe:
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Elternberatung, Tel. 058 261 61 61