VW-Krise trifft auch die Schweiz

Publiziert

AutokonzernVW-Krise trifft auch die Schweiz

Tausende Arbeitsstellen in Deutschland sind von den geplanten Werksschliessungen bei VW in Gefahr. Die Krise betrifft auch Zulieferer in der Schweiz.

Der VW-Betriebsrat hat Ende Oktober angekündigt, drei Werke in Deutschland schliessen zu wollen.
Als besonders gefährdet gilt laut Betriebsrat das Werk in Osnabrück, das kürzlich einen erhofften Folgeauftrag von Porsche verloren hatte.
«Alle deutschen VW-Werke sind von diesen Plänen betroffen. Keines ist sicher!», sagte Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo.
1 / 4

Der VW-Betriebsrat hat Ende Oktober angekündigt, drei Werke in Deutschland schliessen zu wollen.

IMAGO/Manfred Segerer

Darum gehts

  • Der VW-Betriebsrat hat letzte Woche die Schliessung von mindestens drei Werken in Deutschland angekündigt.

  • Zehntausende Arbeitsplätze fallen weg.

  • Betroffen sind auch Zulieferer-Firmen aus der Schweiz.

  • Die Exporte sind im dritten Quartal gesunken.

  • Die Krise birgt aber auch Chancen.

Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise, Volkswagen will Werke schliessen. Wie üblich in dieser Branche, bekommen das die Zulieferer zuerst zu spüren. In der Schweiz gibt es insgesamt 578 Unternehmen, die Teile, Materialien, Maschinen, Werkzeuge und Dienstleistungen für die Autoindustrie herstellen und entwickeln, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Sie erwirtschaften mit in der Schweiz erbrachten Leistungen einen jährlichen Umsatz von 13 Milliarden Franken und beschäftigen 32’000 Personen. Das sind die Resultate der jüngsten Branchenstudie von Swiss Car, dem Swiss Center of Automotive Research an der Universität Zürich.

Aus den Daten geht hervor, dass die deutschen Hersteller wie Mercedes-Benz, VW, Audi und BMW an der Spitze stehen: Mehr als die Hälfte aller in der Studie befragten Firmen liefert an diese Hersteller. «Die Probleme von Volkswagen widerspiegeln die Situation der europäischen Autoindustrie», sagt Anja Schulze, Professorin für Mobilität und digitales Innovationsmanagement an der Universität Zürich und Leiterin von Swiss Car.

Einstellungsstopp oder Kurzarbeit

Und die Exporte sind bereits zurückgegangen – in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 7,8 Prozent, im dritten Quartal sei ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 14,8 Prozent verzeichnet worden, heisst es im «SonntagsBlick». «Das ist massiv», sagt Martin Hirzel, Präsident des Industrie-Dachverbands Swissmem und ehemaliger CEO des Automobilzulieferers Autoneum. «Viele Firmen haben deshalb einen Einstellungsstopp verhängt, punktuell gibt es auch Entlassungen und Kurzarbeit.»

«Die Situation ist kritisch, aber sie bietet auch neue Chancen», sagt Anja Schulze in der «SonntagsZeitung». In der Vergangenheit hätten es die Schweizer Zulieferer immer geschafft, sich den veränderten Bedingungen anzupassen. «Es sind schwierige Zeiten für die Branche und niemand kann sagen, wie das ausgehen wird.»

Von welcher Marke ist dein Auto?

Folgst du schon 20 Minuten auf Whatsapp?

Eine Newsübersicht am Morgen und zum Feierabend, überraschende Storys und Breaking News: Abonniere den Whatsapp-Kanal von 20 Minuten und du bekommst regelmässige Updates mit unseren besten Storys direkt auf dein Handy.

Deine Meinung zählt