Millionen durch betrugBetrüger ergaunern im Kanton Bern Millionen mit Fake-Webseiten
Im Kanton Bern haben Anlagebetrüger seit Anfang Jahr gegen fünf Millionen Franken erbeutet. Ihre Opfer locken sie mit aufwändig gestalteten Werbefenstern und Webseiten im Internet an.
Wie Berns Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte und die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilten, geht es beispielsweise um ein Werbefenster, auf dem zu lesen war: «Schweizer Musiklegende entgeht knapp ihrer Insolvenz und macht jetzt ein Vermögen!» Wer wie diese Musiklegende auf einer bestimmten Internet-Handelsplattform investiere, könne von Kryptowährungen und vom Bitcoin-Boom profitieren. Sei eine erste Investition im tiefen dreistelligen Franken- oder Euro-Bereich gemacht, könne es vorkommen, dass die Betrüger ein paar Tage später tatsächlich einen Gewinn ausschütteten, schreiben Berner Justiz und Polizei weiter.
Dies, um die angebliche Glaubwürdigkeit zu beweisen und das Opfer zu weiteren, dann aber meist massiv höheren Investitionen zu bewegen. In der Regel erhöhten die Täter in der Folge den Druck. Die vermeintlichen Anlageberater riefen in immer kürzeren Abständen an. Dabei setzten sie ihr Opfer unter massiven psychischen Druck, was bis zum Ruin der Opfer führen kann. Die Kantonspolizei Bern ermittelt in Fällen, bei welchen Zahlungen bis in die Höhe von mehreren Hunderttausend Franken geleistet wurden. Im laufenden Jahr gingen bei ihr bislang rund 35 Meldungen zu Anlagebetrug ein.
Täter agieren aus dem Ausland
Die Ermittlungen seien, da die Täter erfahrungsgemäss aus dem Ausland operierten, aufwändig und langwierig. Sie würden im Austausch mit anderen Behörden international koordiniert. Die Berner Justiz und Polizei weisen darauf hin, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma eine Warnliste solcher zweifelhafter Anbieter führt.