Grünes Gewölbe DresdenBeute aus «spektakulärstem Juwelenraub des Jahrhunderts» gefunden
Mit dem Grünen Gewölbe in Dresden wurde 2019 eines der bekanntesten Museen Deutschlands zur Zielscheibe von Einbrechern. Nun konnte ein «erheblicher Teil» der Beute ausfindig gemacht werden.
Darum gehts
Im November 2019 wurde das Museum «Grünes Gewölbe» in Dresden ausgeraubt.
Der Diebesbande gelang es, Kunstwerke im Wert von ungefähr 112 Millionen Franken zu entwenden.
Nun, drei Jahre später, konnten viele der Raubstücke aus dem 18. Jahrhundert sichergestellt werden.
Unter den sichergestellten Kunstwerken seien mehrere besonders wertvolle Schmuck-Gegenstände, hiess es. Demnach handelt es sich um 31 Objekte oder Einzelteile davon. Darunter seien der bekannte Hutschmuck (Reiherstutz) und der Bruststern des polnischen Weissen Adler-Ordens aus der Brillantgarnitur. Dagegen fehlen demnach die bei dem Diebstahl beschädigte Epaulette mit dem «Sächsischen Weissen» und die Grosse Brustschleife der Königin Amalie Auguste.
«Vorausgegangen waren Sondierungsgespräche zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft unter Einbeziehung des Gerichts über eine mögliche Verfahrensverständigung und Rückführung noch vorhandener Beutestücke», teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. Weitere Auskünfte seien derzeit nicht möglich, hiess es unter Hinweis auf die laufende Hauptverhandlung vor dem Dresdner Landgericht, die an diesem Dienstag fortgesetzt werden soll.
«Hervorragende Arbeit»
«Die Polizei und Justiz haben erstklassige Arbeit geleistet», schrieb Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf Twitter. «Sachsen sagt: Danke! Die wertvollen Kunstwerke aus dem Grünen Gewölbe gehören zum kulturellen Erbe unseres Landes», hob er hervor.
«Ich freue mich sehr, dass es den Ermittlungsbehörden offenbar gelungen ist, einen erheblichen Teil der beim Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe geraubten Schätze sicherzustellen», erklärte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). Sie dankte ebenfalls den Ermittlungsbehörden für «die hervorragende Arbeit».
Beute hat Wert von über 100 Millionen Franken
Die sichergestellten Gegenstände wurden den Angaben zufolge bereits unter dem Schutz von Spezialkräften der Polizei von Berlin nach Dresden überführt. Sie sollen dort zunächst kriminaltechnisch und dann von Spezialisten der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auf ihre Echtheit und Vollständigkeit hin untersucht werden.
Beim Einbruch in das Grüne Gewölbe im November 2019 war kulturhistorisch wertvoller Juwelenschmuck aus dem 18. Jahrhundert gestohlen worden, der danach bislang verschollen blieb. Sechs Tatverdächtigen wird seit Januar in Dresden der Prozess gemacht. Ein siebter Tatverdächtiger wurde im Mai festgenommen, als er als Besucher an der Gerichtsverhandlung teilnahm.
Es waren 21 Schmuckstücke aus dem frühen 18. Jahrhundert mit einem geschätzten Versicherungswert von umgerechnet mindestens 112 Millionen Schweizer Franken gestohlen worden. Den sechs Angeklagten im Alter von 22 bis 28 Jahren wird unter anderem schwerer Bandendiebstahl und besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen. Alle gehören dem sogenannten Remmo-Clan aus Berlin an.
Fluchtauto in Brand gesetzt
Die mutmasslichen Täter hatten in einem Ausstellungszimmer eine Vitrine mit Axtschlägen zerstört und dann die Schmuckstücke herausgerissen. Ein Fluchtauto setzten sie in einer Tiefgarage in Brand und gefährdeten damit Menschen in darüber liegenden Wohnungen. Welche Gegenleistungen den Angeklagten nun möglicherweise zugesagt wurden, blieb zunächst unklar.
Zwei der Angeklagten wurden bereits wegen Beteiligung am Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum im Jahr 2017 verurteilt. Auch nach dem Diebstahl von keltischen Goldmünzen im November aus einem Museum in Bayern gab es Spekulationen über mögliche Parallelen zu den Taten in Berlin und Dresden.
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