Generationen-ClashBoomer-Chefs müssen lernen, wie man mit der Gen Z spricht
Andere Kommunikationskultur, andere Erwartungen: Start-up-Mitgründer Loris Niederberger erklärt, wie Führungskräfte die Gen-Z-Mitarbeitenden besser verstehen können.
Darum gehts
Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Strategie- und Unternehmensberatungsfirma McKinsey zeigt: der Schweizer Generation Z geht es psychisch schlechter als allen anderen Generationen.
Vor allem bei der Arbeit wünschen sich die jungen Menschen mehr Unterstützung. Deshalb haben Loris Niederberger und seine Mitgründer das Start-Up Moodtalk gegründet: Das Unternehmen arbeitet mit mehreren Firmen zusammen, um die Kommunikation unter Mitarbeitenden in den Teams zu verbessern. Zu ihren Kunden zählen etwa die CSS, Sanitas oder aber auch die Axpo.
«Gen Z erwartet sofortiges Feedback»
Umfragen zeigten, dass viele Unternehmen an mangelhafter Kommunikationskultur leiden. «96 Prozent der Führungskräfte sind der Meinung, dass sich schlechte Kommunikation negativ auf die Produktivität, die Moral und das Wachstum ihres Teams oder Unternehmens auswirkt – wie sie die Kommunikation zwischen Generationen jedoch meistern sollen, fällt vielen Teams schwer», sagt Niederberger.
Einige Unternehmen würden den Mitarbeitenden lediglich in Jahresgesprächen Feedbacks geben – oder nur, wenn ein grosser Fehler passiert, schildert Niederberger. «Mitarbeitende der Gen Z erwarten sofortiges Feedback – in der heutigen Umwelt und im Internet wird das auch so umgesetzt.» Ein jährliches Feedback decke da wohl nicht die Erwartungen.
«Drei von vier Teams vermelden, dass ihre Feedbackkultur schlecht ist – das Hauptproblem sei dabei, dass verschiedene Generationen ein anderes Verständnis und einen anderen Anspruch haben», sagt Niederberger.
Transparente Kommunikation
Um eine gute Kommunikationskultur zu schaffen, müsse im Team eine hohe psychologische Sicherheit vorhanden sein, womit viele Teams sich schwer tun. Daten des Beratungsunternehmens Neoviso, das sich auf die Bedürfnisse der Gen Z spezialisiert hat, zeigen: Für 75 Prozent der jungen Mitarbeitenden ist der wichtigste Motivationsfaktor bei der Arbeit das gute Verhältnis im Team, so der Experte.
Niederberger erzählt von einem Kundenbesuch, bei dem eine Diskussion um die Arbeitslast aufkam: «Die Gen-Z-Mitarbeitenden im Team forderten, dass mehr Personal eingestellt werden solle. Als die Führungskraft transparent mitteilte, dass sie sich genau für diese Thematik bei ihren Vorgesetzten einsetze und dies leider nicht bewilligt werde, reagierten die Mitarbeitenden verständnisvoll.» Führungskräfte müssten demnach verstehen, was die Mitarbeitenden belastet und transparent teilen, was veränderbar sei, so der Experte.
Offene Kommunikationskultur und Beratungsstellen
«Was die Mitarbeitenden fordern, ist ein sozial-nachhaltiges Arbeitsumfeld im Team, in dem eine offene Kommunikationskultur herrscht und Themen der Zusammenarbeit und des Befindens aktiv angesprochen werden können», so Niederberger. Zusätzlich würden sich Gen-Z-Mitarbeitende auch die Möglichkeit wünschen, Themen mit Psychologen und Externen besprechen zu können – das eine ersetze nicht das andere. Das werde jedoch nicht nur von der Gen Z gefordert: «Der Unterschied ist, dass die Gen Z viel offener mit dieser Thematik umgeht und sich auch traut, dies anzusprechen und zu fordern», sagt Niederberger.
«Ich bin überzeugt, dass Unternehmen, welche der Forderung eines sozial-nachhaltigen Arbeitsumfeldes nicht nachkommen, in den nächsten Jahren aufgrund des Fachkräftemangels und Produktions- und Qualitätsverlusts in existenzielle Krisen geraten werden», sagt der Moodtalk-Mitgründer. Firmen hingegen, welche ein solches Arbeitsumfeld schaffen können, würden einen unfairen Wettbewerbsvorteil erlangen, da diese Top-Fachkräfte für das Unternehmen gewinnen und vor allem halten könnten.
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