«Wahre Bräune kommt von innen» – Corona-Demonstrantin offenbar zentral bei Vernetzung der Neonazis

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«Wahre Bräune kommt von innen»Corona-Demonstrantin offenbar zentral bei Vernetzung der Neonazis

Sie posiert mit einer AK47, ruft zu Gewalt an Demos auf und teilt freimütig Fotos mit Nazi-Symbolik auf Social Media: Eine im Kanton Luzern wohnhafte Frau spielt offenbar eine zentrale Rolle bei der Vernetzung und Reorganisation der Neonazi-Szene in der Schweiz.

20 Minuten Luzern
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Die Frau war an verschiedensten Corona-Demonstrationen präsent. So etwa auch an einer Demonstration in Zug (Bild) im vergangenen Februar.
Die Frau betreibt einen Telegram-Kanal, in dem zu Corona-Demonstrationen aufgerufen wird.
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Die Frau war an verschiedensten Corona-Demonstrationen präsent. So etwa auch an einer Demonstration in Zug (Bild) im vergangenen Februar.

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Darum gehts

Bei der Organisation von Demonstrationen gegen die von Behörden erlassenen Massnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie soll eine Frau eine wichtige Rolle spielen, die im Kanton Luzern lebt. Gleichzeitig soll die 32-Jährige, die ursprünglich aus Ostdeutschland stammt, auch teilweise bei grossen Neonazi-Veranstaltungen teilnehmen und enge Verbindungen zur Szene haben, berichtet der «Tagesanzeiger» (Bezahlartikel).

An verschiedenen Corona-Kundgebungen habe man die Frau angetroffen, teilweise begleitet von Neonazis, die in den Gruppen Eisern Luzern oder Junge Tat aktiv sind. Bei Demos hat die Frau gemäss Bericht auch Fotos von Gegendemonstranten gemacht und diese Bilder mit Namen der Personen veröffentlicht. Auch von einem Journalisten hat sie an einer Demo ein Foto gemacht. Das Bild landete wenig später auf Instagram mit dem Aufruf, dass man den Mann «isolieren» solle, weil er negativ über die Demonstrierenden berichte.

2020 wurde die Frau eingebürgert

Generell ist die Frau auf sozialen Medien sehr aktiv. Dort beleidigt sie etwa den Bundesrat und veröffentlichte auch Bilder, auf dem ein Hund mit einem Hakenkreuz zu sehen ist. Auch postete sie den Satz: «Wahre Bräune kommt von innen». Zudem sind online auch Bilder von ihr zu finden, auf denen sie mit einer AK47 und einer Pumpgun posiert. Dazu äussern wollte sie sich gegenüber dem «Tagesanzeiger» nicht. Weiter betreibe sie einen Telegram-Kanal, in dem zu Corona-Demonstrationen aufgerufen wird. Dass die Frau einen rechtsradikalen Hintergrund hat, wisse aber fast niemand.

Kurios: 2020 hat die Frau trotz ihres Hintergrundes das Kantonsbürgerrecht erhalten. Sie lebt in einer kleinen Gemeinde im Kanton Luzern. Besonders der Ehemann der 32-Jährigen (Name der Redaktion bekannt) ist in der Neonaziszene in Sachsen in Ostdeutschland bekannt. Mehrfach wurde er dort mit rechtsextremen Gewalttaten in Verbindung gebracht. Auch war er Mitglied des Motorradclubs Gremium MC, dessen Ableger in Sachsen 2013 verboten wurde. Ein Jahr zuvor hatte er sich jedoch bereits in die Schweiz abgesetzt und in der Stadt Luzern ein Tattoo-Studio eröffnet.

Eine Nationalrätin, die nicht namentlich genannt werden will, ist wegen der Berichterstattung über die Frau erschrocken, sagt sie auf Anfrage. Dem Nachrichtendienst des Bundes seien aber in so einem Fall die Hände gebunden. Dieser dürfe erst im Falle einer Straftat tätig werden. Was der Politikerin aber seltsam vorkommt, ist, dass die Frau eingebürgert wurde. «Wenn die Gemeinde das nicht bemerkt, ist es schon etwas fragwürdig», so die Politikerin.

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