Online-Drogenhandel: Crystal Meth – von Instagram in den Schweizer Briefkasten 

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Online-DrogenhandelCrystal Meth – von Instagram in den Schweizer Briefkasten

In einem Selbsttest hat sich eine Journalistin unter die Schweizer Online-Drogenszene gemischt. Mit erschreckenden Ergebnissen. 

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Mit verheerenden Folgen – auch Minderjährige können so problemlos an harte Drogen gelangen. (Symbolbild) 
Auf Instagram kann von Ecstasy über Xanax bis zu Methamphetamin alles bestellt werden. (Symbolbild) 
Auch in der Schweiz – eine Journalistin hat es getestet. (Symbolbild) 
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Mit verheerenden Folgen – auch Minderjährige können so problemlos an harte Drogen gelangen. (Symbolbild) 

IMAGO/Panthermedia

Darum gehts

  • Drogen über das Internet zu erhalten, wird immer einfacher.

  • Innerhalb von 24 Stunden sind die Drogen im Briefkasten – bezahlt wird per Bitcoin. 

  • Fachpersonen wollen Anbieter wie Tiktok und Instagram in die Pflicht nehmen. 

Harte Drogen sind immer einfacher erhältlich – auch in der Schweiz. Eine Journalistin der «SonntagsZeitung» hat in einem Selbsttest ein gefälschtes Profil eines Minderjährigen erstellt, um in die Online-Drogenszene von Instagram und Tiktok Einblick zu nehmen. 

Es reiche schon, Likes bei ein paar Bildern oder Videos von Drogenkonsumentinnen und -konsumenten auf Instagram zu verteilen, der Algorithmus mache den Rest. «Die Startseite des Minderjährigen auf Instagram ist so nach kurzer Zeit voller Bilder und Videos, die farbige Pillen, weisses Pulver, Pilze oder einen opiathaltigen Hustensaft zeigen», schreibt die Journalistin der «SonntagsZeitung».

Alter spielt keine Rolle

Bei der Recherche stellte sich heraus, dass das Alter der potenziellen Käuferinnen und Käufer für die Dealer keine Rolle spielt. Bei zwei Testkäufen kam innerhalb von 24 Stunden ein Gramm Crystal Meth per Post an – das andere Mal war es ein Betrug (ein Account aus Kamerun). 

Der Drogenkonsum wird von Minderjährigen auf den sozialen Medien angepriesen und glorifiziert. Schweizer Beratungsstellen wollen Tiktok und Co. stärker in die Pflicht nehmen. Es sei aber auch mehr Aufklärung, eine engere Überwachung des Konsums und mehr Forschung nötig. Doch auch mehr niederschwellige Auffang- und Aufklärungsangebote für junge Menschen werden gefordert. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

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