Daniel Koch hält die Maskenfrage für überbewertet

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«Mister Corona»Daniel Koch hält die Maskenfrage für überbewertet

Daniel Koch gilt als «Mister Corona». In einem Interview spricht er nun über seine Arbeit während der Corona-Krise.

Darum gehts

  • Daniel Koch findet die Maskenfrage überbewertet.
  • Er würde immer wieder gleich kommunizieren.
  • Laut Koch sei Distanzhalten wichtiger als das Maskentragen.
  • Koch arbeitet mittlerweile als Berater.

Daniel Koch, der ehemalige Leiter «übertragbare Krankheiten» beim BAG hat sich in einem Interview über seine Arbeit während der Corona-Krise geäussert. Seit sechs Wochen ist Koch pensioniert, doch an Freizeit ist weniger zu denken. «Corona ist noch immer mein täglich Brot», sagte Koch in einem Interview mit dem «Blick».

Der 65-Jährige arbeitet mittlerweile als privater Berater und verfolgt die Situation sehr eng. Im Interview spricht Koch auch über die Maskenpflicht, die vom Bundesrat im ÖV eingeführt wurde. Koch: «Die Maskenpflicht im ÖV ist sicher sinnvoll. Über das Timing kann man aber diskutieren. Der Bundesrat hätte die Maskenpflicht früher einführen sollen, als der ÖV wieder hochgefahren wurde.» Der pensionierte Arzt nimmt den Bundesrat aber auch in Schutz. «Entscheidend war, dass die Bevölkerung begriffen hat, worum es geht», so Koch.

«Distanz halten ist wichtiger als eine Maske zu tragen»

Besonders zu Beginn der Pandemie predigte Koch, dass Masken für die breite Bevölkerung nichts bringe. Von einer Fehlkommunikation will «Mister Corona» aber nichts wissen. Koch: «Die Maskenfrage wurde von Anfang an überbewertet. Es gilt heute noch dasselbe wie vor drei Monaten: Distanz halten ist wichtiger als eine Maske zu tragen.» Laut Koch führe das Maskentragen dazu, dass man keinen Abstand mehr einhalte. Der ehemalige BAG-Angestellte: «Ich würde rückblickend genau gleich kommunizieren.»

Daniel Koch, Delegierter des BAG für Covid-19 im Mai während einer Pressekonferenz.
Mittlerweile ist Koch pensioniert und arbeitet als Berater.
Laut Koch hätte die Maskenpflicht im ÖV früher eingeführt werden können.
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Daniel Koch, Delegierter des BAG für Covid-19 im Mai während einer Pressekonferenz.

KEYSTONE

Koch äussert sich auch zu den Schulschliessungen. «Aus epidemiologischer Sicht war die Schliessung nicht nötig. Von Anfang an wurde gesagt, dass Kinder nicht die Haupttreiber der Epidemie sind.» Dennoch empfindet Koch den Entscheid als richtig. Koch weiter: «Die Schulschliessungen waren enorm effektiv. Die Leute haben realisiert: Jetzt müssen wir Distanz halten, auf Ausflüge und Familienfeste verzichten.»

Buch, Berater und Botschafter

Koch in der Rente

Kurz nach seiner Pensionierung gründete Koch eine eigene Firma. Der Grund laut Koch: «Wenn man jemandem eine Rechnung stellen will, muss man einfach eine Firma gründen.» Er hege keine Ambitionen, möchte aber auch nicht alles gratis machen. Derzeit berät Koch laut eigenen Aussagen vor allem Verbände, Vereine und Organisationen aus dem Sportbereich. Er hilft ihnen, Schutzkonzepte auszuarbeiten. Des Weiteren arbeitet Koch derzeit an einem Buch. Ende August soll es mit dem Titel: «Daniel Koch. Stärke in der Krise» erscheinen. Es soll einen Einblick in das Leben von «Mister Corona» gewähren. Ausserdem übernimmt Koch eine Rolle als Botschafter der SLRG, der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft und ist aktiv auf Instagram.

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