Neue BesitzerinDas bedeutet der Glatt-Verkauf für die Kunden
Die Swiss Life schnappt sich das Glattzentrum. Was hat der Versicherungskonzern nun mit dem Shopping-Tempel vor? Die wichtigsten Antworten.
Darum gehts
- Die Migros hat das Glattzentrum verkauft.
- Neue Besitzerin ist die Swiss Life.
- Die wichtigsten Antworten zum Deal.
Die Migros hat das Glattzentrum verkauft. Neue Besitzerin ist die Swiss Life. Der Vertrag wurde laut der Migros am Freitagvormittag unterzeichnet. Doch wie geht es jetzt mit dem Shopping-Tempel weiter? Was ändert sich für die Kunden? Die wichtigsten Antworten:
Was hat die Swiss Life mit dem Zentrum vor?
Die Swiss Life wolle das Glatt gemeinsam mit dem Management des Shopping-Tempels langfristig weiterentwickeln, heisst es in der Medienmitteilung der Migros. «Es gibt durch die Transkation keine Veränderungen bei den Mietverträgen; Swiss Life übernimmt alle laufenden Verträge», sagt ein Sprecher der Swiss Life zu 20 Minuten. Für die Mieter wie auch die Geschäfte der Migros im Glattzentrum soll der Verkauf keine Auswirkungen haben.
Was bedeutet das für die Kunden?
Der Verkauf hat laut Migros keine Auswirkungen auf die Geschäfte im Glattzentrum. Für die Kunden ändert sich daher nichts. «Die Kunden werden nichts von dem Verkauf bemerken», bestätigt auch Massimo Mannino, Immobilienexperte bei Novalytica. Langfristig könnte es aber sein, dass die Swiss Life einige Veränderungen im Aufbau des Einkaufszentrums vornehmen wird. Das würden dann auch die Besucher zu spüren bekommen. Das Glatt-Zentrum ist mit über 9 Millionen Kunden jährlich das beliebteste Einkaufszentrum der Schweiz.
Wie viel hat das Glatt gekostet?
Die Parteien schweigen. Aber laut Immobilienexperte Mannino könnte der Wert des Einkaufszentrums sich auf mehrere Hundert Millionen Franken belaufen. Als Referenz dient das Shoppingcenter Tivoli in Spreitenbach: Es wurde 2018 mit 274 Millionen bewertet. Die Umsätze im Glatt jedoch lagen 2018 mit knapp 600 Millionen Franken deutlich höher, was den Preis entsprechend in die Höhe schnellen lässt.
Warum verkauft die Migros das Glatt?
Der Verkauf des Glattzentrums erfolgt laut Migros im Rahmen der strategischen Neuausrichtung. Künftig will sich die Detailhändlerin vermehrt um ihr Kerngeschäft und um digitale Geschäftsmodelle kümmern. So verkaufte sie bereits die Warenhausgruppe Globus, das Möbelhaus Interio, den deutschen Einrichtungs- und Dekorationsspezialisten Gries Deco mit der Marke Depot sowie die E-Bike-Tochter M-Way. Allerdings bekennt sich die Migros weiterhin klar zum Standort im Einkaufszentrum Glatt. Dank langfristiger Mietverträge werde die Migros weiterhin «eine hohe Präsenz für die Kundinnen und Kunden beibehalten», heisst es in der Mitteilung.
Wieso hat die Swiss Life das Glattzentrum gekauft?
Die Swiss Life zählt zu den grössten privaten Immobilieninvestoren in der Schweiz. Laut Mannino beweist die Versicherin mit dem Kauf ihre Stärke innerhalb der Immobilienbranche. Denn das Einkaufszentrum sei ein Prestigeobjekt. «Es hat eine historische Bedeutung und ist flächenmässig riesig.» Auch die Lage sei nicht schlecht, durch die Nähe zu Zürich.
Braucht es überhaupt noch Einkaufszentren?
Gemäss Experte Mannino weist die Schweiz mit knapp 200 Einkaufszentren eine der höchsten Shoppingcenter-Dichten Europas auf. Der Markt sei gesättigt. Sowohl in der Schweiz als auch weltweit schwinde die Attraktivität von Einkaufszentren wegen des stark zunehmenden Onlinehandels und der rückläufigen Umsätze. Aus diesen Gründen macht es laut Mannino durchaus Sinn, dass die Migros die Liegenschaft verkauft.
Das ist das Glatt
Das Glattzentrum in Wallisellen hat eine Verkaufsfläche von 53’000 Quadratmetern und ist neben dem Flughafen Zürich das grösste Einkaufszentrum in der Schweiz. Die Umsätze sind über die Jahre hinweg betrachtet deutlich geschrumpft: 2010 setzte das Glatt noch 669 Millionen um, 2017 waren es 601 Millionen und im Jahr 2018 noch 598 Millionen. Im letzten Jahr lagen die Einnahmen laut Migros ebenfalls bei rund 600 Millionen Franken. Leicht zurückgegangen sind auch die Besucherzahlen. 2019 waren es 9,1 Millionen Besucher, im Vorjahr 9,2 Millionen.