
Wenn du Drinnen und ausserhalb der Pollen-Saison niesen musst, dann bist du womöglich allergisch auf Tierhaare, Milben oder Schimmel.
PexelsExpertin über Tierhaare, Schimmel und CO.Das hilft wirklich gegen Indoor-Allergien
Musst du auch drinnen niesen? Eine Expertin verrät, worauf du als Indoor-Allergiker oder Indoor-Allergikerin reagierst – und was du dagegen tun kannst.
Es ist in den warmen Monaten ein verbreitetes Problem: Kaum beginnt die Pollensaison, niesen und pfnüseln die Allergikerinnen und Allergiker kollektiv vor sich hin. Aber was, wenn die Nieserei und die laufende Nase auch drinnen und in den Winter-Monaten nicht aufhören möchte? Dann leidest du vielleicht unter Indoor-Allergien.
Drinnen kannst du auf diverse Dinge reagieren, darunter Staubmilben, Tierhaare, Schimmelsporen – und Pollen, die entweder von draussen hereingetragen werden oder von Zimmerpflanzen stammen. Zu den typischen Symptomen gehören neben Niesen und der laufenden oder verstopften Nase auch juckende oder brennende Augen und Ohren, sowie Ausschläge. Noemi Beuret, Expertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz, gibt nachfolgend acht Tipps, die Erleichterung bringen sollen.
Möglichst wenig Textilien im Schlafzimmer
Eines der häufigsten Probleme für Allergie-Geplagte sind Staubmilben. Noemi Beuret: «Hausstaubmilben sind am liebsten dort, wo wir uns ebenfalls wohl fühlen: in kuschelig-warmen Betten und Decken. Sie leben auch in Staubfängern wie Teppichen oder Vorhängen. Sind nur wenige solcher Textilien vorhanden, nimmt auch die Hausstaubmilben-Belastung ab.»

Wenn ein Bett mit Kopfende, dann lieber eins aus Holz oder Metall. Auch auf den Teppich verzichtet man als Allergikerin oder Allergiker besser.
Pexels/Burst 54Der einfachste Weg, um die Menge an Staubmilben zu reduzieren: Biete ihnen möglichst wenig Wohnraum. Verzichte auf gepolsterte Kopfenden, dicke Teppiche und viele Extrakissen. Stattdessen: Kopfenden aus Holz oder Metall, Jalousien statt Vorhänge und möglichst wenig Stoffe.
Benutze einen Staubsauger mit HEPA-Filter
Dass regelmässiges Staubsaugen gerade bei Staubmilben-Allergien hilft, ist nicht überraschend. «In der Tat ist es für Menschen mit einer Pollen-, Hausstaub- oder Tierallergie sinnvoll, einen Staubsauger mit HEPA-Filter (ab Klasse 11) zu nutzen. Seine feinen Filter können Allergene aus der aufgesaugten Luft herausfiltern und zurückhalten, damit sie nicht mehr in die Raumluft gelangen», sagt Noemi Beuret.
Als HEPA-Filter bezeichnet man sogenannte Schwebstofffilter, die kleinste Partikel aus der Luft entfernen können, darunter Bakterien und Viren, Pollen, Milbeneier und -ausscheidungen, Stäube, Aerosole und Rauchpartikel.
Trage eine Maske beim Abstauben
Wenn du beim Abstauben eine Maske trägst, erschwerst du den Milben, ihren Hinterlassenschaften und anderen Dingen, auf die du allergisch reagieren könntest, den Zugang zu Mund und Nase. «Maskentragen kann Allergikerinnen und Allergikern helfen, den Kontakt zu Allergenen zu reduzieren. Wie sehr sich so die Beschwerden lindern lassen, kommt auf das Allergen und die Filterleistung der Maske an», sagt Noemi Beuret.

Beim Staubwischen wirbelst du natürlich auch besonders viel Staub auf. Um allergische Reaktionen zu verhindern, kannst du versuchen, eine Maske zu tragen.
PexelsAusserdem kannst du darauf achten, dass du während des Putzens Fenster und Türen öffnest. Der Durchzug trägt einen Teil der Allergene nach draussen. Während der Pollensaison solltest du als Heuschnupfen-geplagte Person darauf verzichten, sonst können sich neue Pollen auf den frisch geputzten Flächen ablagern.
Kaufe dir spezielle Matratzenüberzüge und Decken
Da sich die fiesen Hausstaub-Milben besonders im warmen Milieu deines Bettes wohlfühlen, kannst du versuchen, das Problem dort an der Wurzel zu packen – mit milbenallergendichten Martratzenüberzügen und Decken. «Das ist ein effektiver Tipp gegen Hausstaubmilben! Durch die dichten Stofffasern der Überzüge – auch Encasings genannt – kommen die Allergene, die übrigens vor allem im Milbenkot stecken, nicht hindurch. Ebenfalls wichtig: Die Bettwäsche wöchentlich und die Kissen und Duvets monatlich bei 60°C zu waschen.»
Keine Tiere im Schlafzimmer
Wenn du gerne in deinem Bett mit deinem Hund oder deiner Katze kuschelst, haben wir schlechte Nachrichten: Auch wenn du nicht gegen Tierhaare allergisch bist, können die Tiere so für mehr Allergene im Schlafzimmer sorgen.

Büsis (und Hunde) müssen draussen bleiben: Wenn du nachts oft eine verstopfte Nase hast, solltest du dein Haustier aus dem Schlafzimmer verbannen.
Pexels / CottonbroNoemi Beuret erklärt warum: «Hausstaubmilben ernähren sich unter anderem auch von Hautbestandteilen der Haustiere. Ohne Tiere im Schlafzimmer haben die Milben eine Nahrungsquelle weniger. Die Devise, keine Tiere im Schlafzimmer zu haben, gilt natürlich auch für Tierallergikerinnen und -allergiker, die so weniger Kontakt mit Tierallergenen haben. Grundsätzlich gilt: Das Schlafzimmer sollte möglichst allergenfrei sein, damit sich der Körper über Nacht gut erholen kann.»
Vorsicht bei Hauspflanzen
Auch bei Zimmerpflanzen ist vorsicht geboten, ganz besonders im Schlafzimmer: «Blumenerde ist leider ein guter Nährboden für das Wachstum von Schimmelpilzen. Allergiebetroffene können nachts im Schlaf darunter leiden, wenn sich Schimmelsporen in der Luft befinden.» Besser: Keine Zimmerpflanzen im Schlafzimmer.

Pflanzen sind nicht nur Staubfänger, die Erde ist auch ein guter Nährboden für Schimmel.
PexelsBenutze einen Luftreiniger
Ein Luftreiniger hilft geplagten Allergikerinnen und Allergikern auf jeden Fall, man kann aber noch mehr tun: «Luftreiniger mit einer guten Filterleistung können Allergene in der Luft reduzieren; man sollte auch hier auf einen HEPA-Filter achten. Wer an einer Tier- oder Hausstaubmilbenallergie leidet, sollte ausserdem regelmässig die Wohnung durchlüften: zwei- bis dreimal pro Tag rund zehn Minuten. Bei Schimmelpilz kann ein Luftfilter vorübergehend helfen; Schimmel muss aber immer fachmännisch entfernt werden, denn er ist für alle gesundheitsschädigend», sagt Noemi Beuret.
Halte dein Badezimmer trocken
«Schimmel mag es feucht-warm und entsteht darum besonders häufig in der Dusche oder am Badewannenrand. Darum ist es sinnvoll, diese Flächen möglichst trocken zu halten», sagt Noemi Beuret. Es lohnt sich also, allfällige Lüftungen laufen zu lassen und gegebenenfalls sogar die Wände und Ritzen der Dusche mit einem Handtuch abzutrocknen. Oder einen Luftentfeuchter ins Badezimmer zu stellen, falls sich bei dir die Feuchtigkeit besonders fest sammelt.
Über die Expertin

Noemi Beuret ist Projektleiterin, Beraterin und Expertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz.
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