Basel: Schwarzer Rauch über Chemieareal Klybeck

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Basel«Das ist nicht normal» – schwarzer Rauch über Chemie-Areal

Über dem Basler Klybeckareal stieg am Mittwoch schwarzer Rauch auf. Das sorgte für Beunruhigung bei der Bevölkerung, aber auch für wilde Spekulationen. Jetzt ist klar: Das hat mit der Energiemangellage zu tun.

Beim Klybeckareal in Basel fand am Mittwoch ein Test statt, um zu überprüften, ob bei der Energiezentrale auf dem Gelände ein bivalenter Betrieb mit Gas und Öl möglich ist, im Hintergrund einer möglichen Energiemangellage im Winter 2023/2024.

News-Scout

Darum gehts

«Viel schwarzer Rauch, was geht da ab?», meldete sich die Basler Nationalrätin Sarah Wyss am Mittwoch bei 20 Minuten mit einem Foto von einem schwarz schlotenden Kamin auf dem Kleinbasler Klybeck-Areal. Das sei nicht normal, meinte die besorgte SP-Politikerin. Ein News-Scout schickte ein Video, auf dem ebenfalls schwarzer Rauch zu sehen ist und tippte, dass es sich um das Chemieunternehmen BASF handeln muss. Arbeiter vor Ort gaben an, dass es etwa fünf bis sechs Minuten so geraucht habe.

Kam es auf dem Areal zu einem Chemie-Unfall, geriet etwas in Brand? Die Feuerwehr rückte aus, zog aber unverrichteter Dinge wieder ab, wie eine Nachfrage von 20 Minuten ergab. Offenbar ist nichts passiert. Die schwarze Rauchsäule gab nebst Beunruhigung auch Anlass für wilde Spekulationen.

«Wählt die Novartis heute den Papst?», fragte sich etwa später Basler Fotograf Dominik Asche auf Twitter. Recherchen zeigen – der schwarze Rauch, respektiv die drei nebeneinanderstehenden Kamine, gehören zur Energiezentrale auf dem Areal. Und diese bereitet sich auf eine mögliche Energiemangellage im kommenden Winter vor. 

«Als eine der Eigentümerinnen des Klybecks-Areals ist die Rhystadt AG unter anderem für Infrastruktur, die Sicherheit und die Energieversorgung auf dem Gelände verantwortlich», so Mediensprecher Adrian Kohler. Damit das Areal für Mieterinnen und Mieter, sprich für Unternehmen wie Novartis, Ryago und die Chemiefirma BASF, geheizt ist, befindet sich auch eine Energiezentrale einer beauftragten Firma auf dem Gelände.

Diese versorge das Areal durch Gas mit Dampf und Wärme. Angesichts einer möglichen Energiemangellage diesen Winter, habe die Zentrale am Mittwoch eine bivalente Versorgung getestet, sprich eine Umstellung von reiner Gasversorgung auf eine mit Gas und Öl.

«Auf eine mögliche Energiemangellage muss man vorbereitet sein»

Adrian Kohler, Sprecher Rhystadt AG

«Beim Testbetrieb ist aufgrund der notwendigen Einstellungen des Luftgemisches kurzzeitig schwarzer Rauch entstanden», so Kohler. Die Versorgung der Schweiz mit Erdgas sei derzeit gesichert, aber die Versorgungssicherheit sei insbesondere für den Winter 23/24 unklar. «Darauf muss man vorbereitet sein», fügt der Sprecher an.

Der gestrige Test sei zufriedenstellend verlaufen. Es brauche jedoch noch weitere Tests und Optimierungen. «Der schwarze Rauch war für Mensch und Umwelt jederzeit unbedenklich», so Kohler. Das Klybeck-Areal sei sehr direkt von den Herausforderungen betroffen, die mit den aktuellen Entwicklungen im Bereich der Gas- und Stromversorgungssicherheit verbunden sind. «Angesichts einer möglichen Energiemangellage besteht eine Task Force», sagt der Sprecher.

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