Das sind die skurrilsten Regeln in Firmen weltweit

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Bartverbot und WC-AlarmDas sind die skurrilsten Regeln in Firmen weltweit

Google-Mitarbeitende dürfen nicht über Politik reden und bei Apple ist das Wort «Fehler» verboten: Weltweit stellen Unternehmen seltsame Regeln für ihre Angestellten auf.

Tesla hat gleich mehrere komische Vorschriften für die Angestellten entworfen.
So findet Elon Musk Meetings unnötig und Mitarbeitende sollen diese darum auch einfach verlassen, wenn ihre Anwesenheit nicht nötig ist.
Zudem sollte man kein Parfüm tragen, wenn man sich bei Tesla vorstellt. Denn Musk reagiert sehr negativ auf starke Gerüche.
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Tesla hat gleich mehrere komische Vorschriften für die Angestellten entworfen.

imago images/Xinhua

Darum gehts

  • Wer sich bei Tesla bewirbt, sollte kein Parfüm tragen, zudem sollen Angestellte ein Meeting verlassen, wenn ihre Anwesenheit nicht nötig ist.

  • Skurrile Regeln für Mitarbeitende stellen auch Apple und Google auf.

  • Zwei Personalexperten schätzen die seltsamsten Geschäftsregeln für 20 Minuten ein.

Hier Auswahl der skurrilsten Bestimmungen in Firmen rund um den Globus:

Meetings einfach verlassen

Elon Musk ist kein Fan von Geschäftstreffen: Meetings sind laut Tesla-Chef meist unnötig. Mitarbeitende sollen Meetings darum auch einfach verlassen, wenn ihre Anwesenheit nicht nötig ist. Eine schroffe Regel, die durchaus sinnvoll sein kann, findet Personalexperte Michel Ganouchi.

Denn Meetings sollten gut vorbereitet und strukturiert sein. «Das gilt auch für die Teilnehmenden», so Ganouchi. Wer ein Meeting organisiert, müsse darum hinterfragen, wer warum eingeladen werden muss. «Das mag erzieherisch klingen, macht aber Sinn.»

Nicht über Politik sprechen

Bei Google dürfen Mitarbeitende nicht mehr über politische Themen während der Arbeitszeit sprechen. Die Regel soll die Ordnung innerhalb des Silicon-Valley-Riesen wiederherstellen, wie «Business Insider» schreibt. Diskussionen über Politik hätten im Unternehmen nämlich zu Spaltungen unter den Mitarbeitern geführt.

Themen wie Politik oder auch Religion bergen Zündstoff, das sieht auch Personalexperte Ganouchi so. «Das kann tatsächlich die Firmenkultur vergiften.» Doch erwachsene Personen liessen sich ungern Vorschriften machen, über was sie diskutieren dürfen: Ein Unternehmen müsse darum Vor- und Nachteile solcher Weisungen genau abwägen.

Keine negativen Wörter brauchen

Apple-Mitarbeiter müssen strenge Regeln im Gespräch mit Kunden befolgen, wie «Gizmodo» schreibt. So sind negative Wörter wie «Absturz», «Problem» und «Fehler» verboten. Angestellte sollen Kunden zudem nicht korrigieren oder ihnen widersprechen.

Ganouchi kann diese Regeln nachvollziehen: «Gerade im Umgang mit Kunden kann man mit entsprechendem Narrativ ganz andere Gefühle auslösen. Man prägt so die Wahrnehmung des Unternehmens aktiv mit.» Im Verkauf werde das Personal auch in der Schweiz schon seit Jahrzehnten dahingehend geschult.

Kein Parfüm tragen

Wer sich bei Tesla vorstellt, sollte kein Parfüm tragen, wie die Computerzeitschrift «Wired» schreibt. Denn Elon Musk habe eine sehr sensible Nase und reagiere meist negativ auf starke Gerüche.

Gerade bei Gerüchen sei Feingefühl angebracht, sagt Personalexperte Michel Ganouchi dazu. «Wir müssen uns an den Befindlichkeiten anderer orientieren.» Ob eine Null-Toleranz-Grenze sinnvoll ist, sei aber fraglich. Laut Personalexperte Matthias Mölleney ist es eine gute Idee, auf Parfüm am Arbeitsplatz zu verzichten: «Denn es gibt einige Menschen, die auf intensive Parfüm-Gerüche allergisch reagieren.»

Bart abrasieren

Wer für die Stadt Iseraki in Japan arbeitet, darf sich keinen Bart wachsen lassen. Denn Beamte müssen laut der lokalen Regierung gepflegt und bescheiden aussehen. Zudem hätten sich Kunden über das Aussehen bärtiger Angestellter beklagt, wie «The Economic Times» schreibt.

Die Frage, ob ein Bart erlaubt ist oder nicht, hänge vor allem mit Hygiene- und Sicherheitsanforderungen zusammen: «Wenn ein Bart zum Risiko wird, muss man ihn verbieten», erklärt Mölleney. Bei negativen Kundenreaktionen auf Bartträger sei aber eine Empfehlung statt eines Verbots sinnvoller, findet der Personalexperte.

WC-Zeit beschränkt

Die norwegische Versicherungsfirma DNB will den WC-Aufenthalt ihrer Angestellten regulieren: Nach acht Minuten auf der Toilette geht dort ein Blitzlicht-Alarm los. Norwegische Gewerkschaften haben die Praxis als potenzielle Verletzung der Menschenrechte eingestuft.

«Das geht gar nicht: Es kann gesundheitliche Gründe für einen längeren WC-Aufenthalt geben wie zum Beispiel chronische Darmentzündungen», sagt Matthias Mölleney. Nützen Mitarbeitende einen langen Aufenthalt auf dem WC als eine Art Pause von der Arbeit, sollte sich die Firma lieber mit ihrer Führungskultur und der allgemeinen Arbeitsbelastung beschäftigen.

Zwei Pizza-Regel bei Amazon

In den Anfängen des Unternehmens galt auch bei Amazon eine schräge Regel: Der Gründer Jeff Bezos bestand darauf, dass jedes interne Team klein genug ist, um sich während eines Meetings von zwei Pizzen zu ernähren. Dabei ging es Bezos nicht darum, Kosten zu sparen. Er wollte mit kleineren Teams die Abläufe effizienter gestalten.

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