Zermatt: Nach Baustopp wettern die Verantwortlichen

Aktualisiert

Zermatt«Schlichtweg falsch» – nach Baustopp wettern die Verantwortlichen

Bei Zermatt/Cervinia sollen Mitte November Ski-Stars erstmals ein Weltcuprennen bestreiten. Doch Teile der Piste liegen ausserhalb der erlaubten Zone. Nach dem Baustopp sprechen nun die Verantwortlichen. 

Hier sollen in wenigen Wochen die Ski-Stars um Bestzeiten fahren. 
Zuletzt arbeiteten Bagger am Gletscher, nun mussten die Arbeiten aber zum Teil gestoppt werden.
Vor einem Jahr musste das Spektakel wegen Schneemangels abgesagt werden.
1 / 3

Hier sollen in wenigen Wochen die Ski-Stars um Bestzeiten fahren. 

20min/Sébastien Anex

Darum gehts

  • Mitte November sollen bei Zermatt/Cervinia mehrere Ski-Weltcuprennen stattfinden. 

  • Teile der Weltcup-Piste sind jedoch ausserhalb der erlaubten Zone. 

  • Die Arbeiten wurden teilweise gestoppt. 

  • Die Zermatter Verantwortlichen dementieren Fehler.  

Im Jahr 2022 mussten die als grosses Spektakel angekündigten Doppel-Abfahrten in Zermatt/Cervinia wegen Schneemangels abgesagt werden. Und dieses Jahr? Im Gegensatz zum letzten Jahr wurden die Renndaten um zwei Wochen nach hinten geschoben. Die beiden Männer-Abfahrten sollen am 11. und 12. November stattfinden, die Frauen-Abfahrten eine Woche später. Doch unsicher ist das ganze Spektakel dennoch. 

Auf dem Theodulgletscher können Teile der Weltcup-Piste nicht weitergebaut werden. Sie befinden sich wohl ausserhalb der erlaubten Zone. Das zeigen neue Erkenntnisse von «20 minutes». So sei insbesondere der Start des Frauenrennens 80 Meter ausserhalb der erlaubten Zone. Auch die Strecke der Männer sei nicht regelkonform. Noch am Dienstag bestritt der Zermatter OK-Chef Franz Julen jegliche Vorwürfe gegenüber 20 Minuten. Jetzt, da die Walliser Baukommission intervenierte und die sofortige Einstellung aller unbewilligten Arbeiten forderte, erklärt sich Julen und sein Team erneut.

Verantwortliche weisen Vorwürfe zurück

Die Zermatter Verantwortlichen teilen gegenüber 20 Minuten mit, dass man weiterhin davon überzeugt sei, dass keine Arbeiten ausserhalb der Skisportzone durchgeführt worden seien. «Da die Arbeiten innerhalb der Skisportzone abgeschlossen sind, hat die Entscheidung der kantonalen Baukommission (KBK) nur eine gesetzesmahnende Wirkung.» Auch teilen sie mit: «Es versteht sich von selbst, dass alle notwendigen Genehmigungen von den Behörden und Verbänden in beiden Ländern für die Durchführung dieser Rennen eingeholt wurden.»

Die Umweltverbände, die einen Stopp der Arbeiten beantragt hatten, nämlich der WWF, Pro Natura und Mountain Wilderness Schweiz, werden von den Verantwortlichen scharf kritisiert. Sie sprechen von «falschen Annahmen» und: «Die Kläger werfen dem lokalen Organisationskomitee vor, dass auf der Schweizer Seite auf dem Gletscher technisch beschneit wird. Das ist schlichtweg falsch. Dasselbe gilt für die Behauptung, dass die Skipiste ausserhalb der Skisportzone liegen würde.» 

Trainings finden statt

Julen sagt: «Wir sind weiterhin überzeugt, dass alles rechtens ist. Die Präparation der Rennstrecke ist auf der Schweizer Seite in der Skisportzone abgeschlossen und rennbereit. Demzufolge sind Rennen nicht in Gefahr.» Man habe nichts zum Verbergen. «Das lokale Organisationskomitee hofft, dass diese Ortsschau so schnell wie möglich stattfindet, damit Klarheit herrscht.»

Die im Vorfeld der Weltcup-Rennen geplanten Trainings werden ab kommendem Sonntag planmässig aufgenommen. Diese Trainings finden auf bestehenden Touristenpisten statt, die von den aktuellen Zonendiskussionen nicht tangiert sind.

Ein Bild, wie die Bagger am Gletscher arbeiteten.
Die Arbeiten wurden nun jedoch gestoppt. 
1 / 2

Ein Bild, wie die Bagger am Gletscher arbeiteten.

20min/Sébastien Anex

Dein tägliches Sport-Update

Erhalte täglich brandaktuelle News aus der Welt des Sports. Ob Interviews, Porträts, Spielberichte oder Analysen: Unsere Reporter informieren dich direkt in deinem Postfach.

Deine Meinung zählt

349 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen