Demo in Basel: «Gut, sind wir hier» – «Nein, das ist eine Katastrophe!»

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Demo in Basel«Gut, sind wir hier» – «Nein, das ist eine Katastrophe!»

Am Samstagnachmittag sind um die 150 Demonstrierenden durch die Basler Innenstadt gezogen. Neben einem kleinen Zwischenfall verlief die Demonstration friedlich.

Um 14 Uhr haben die Demonstrierenden angefangen, auf dem Barfüsserplatz in Basel zu versammeln.
Nach Reden ...
... ist die Gruppierung dann losgezogen.
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Um 14 Uhr haben die Demonstrierenden angefangen, auf dem Barfüsserplatz in Basel zu versammeln.

20min/Manuela Humbel

Darum gehts

  • Rund 150 Personen demonstrierten am Samstag in Basel gegen rassistische Polizeigewalt.

  • Es kam zu einem kleinen Zwischenfall, als ein Mann die Demonstration störte.

  • Ansonsten verlief die Demonstration friedlich, es kam jedoch zu Ausfällen und Umleitungen im ÖV-Netz.

Es ist die dritte Demonstration in der Basler Innenstadt seit dem vergangenen Wochenende: Am Samstagnachmittag sind um die 150 Personen losgezogen. Unter dem Slogan «United against racism» und mit Transparenten in den Händen, auf denen «No more» oder «Freiheit für alle» stand, demonstrierten die Teilnehmenden gegen rassistische Polizeigewalt und die Bedingungen im Basler Ausschaffungsgefängnis Bässlergut.

Bevor die Gruppierung loszog, verlas einer der Demonstrierenden einen Brief von drei Häftlingen, die sich die letzten Wochen immer wieder im Hungerstreik befanden. Momentan führen sie diesen nicht mehr weiter, fordern jedoch nach wie vor ihre Freilassung. «Wir sterben lieber hier im Gefängnis, als zurückzukehren», werden die drei Männer zitiert. «Wir haben kein Leben in unseren Heimatländern.» Die Demonstrierenden werden «herzlich eingeladen», die Gefangenen zu besuchen, und: «Wir freuen uns über solidarische Briefe».

Polizei greift bei Zwischenfall ein

Um kurz vor 15 Uhr, knapp eine Stunde nachdem Start der Demonstration, zieht die Gruppe vom Barfüsserplatz dann los. Die Route führt über den Kohlenberg, an der Universität, dem Totentanz und der Schifflande vorbei. Hier kommt es zu einem Zwischenfall: Während die Demonstration einen Stopp einlegt, eine Frau darüber spricht, wie gut sie es finde, dass sich die Gruppe hier gemeinsam gegen Rassismus versammle, ruft ein älterer Herr lautstark dazwischen: «Nein, das ist eine Katastrophe!» Die Demonstrierenden buhen. Der Mann fährt fort, beschwert sich über die Tram- und Busausfälle, einige der Demonstrierenden versuchen ihn zu beruhigen, die Polizei schreitet ein und führt ihn zur Seite.

Die Teilnehmenden haben gegen rassistische Polizeigewalt demonstriert.
Nachdem es an der Schifflände zu einem kleinen Zwischenfall gekommen ist, ist die Demonstration über die Mittlere Brücke weitergezogen.
Beim Dreirosen-Mätteli hat sich die Demonstration um kurz nach 16.30 Uhr dann aufgelöst.
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Die Teilnehmenden haben gegen rassistische Polizeigewalt demonstriert.

20min/Manuela Humbel

Die Gruppierung zieht weiter, über die Mittlere Brücke, durch die Rheingasse, über den Claraplatz und Richtung Dreirosen-Mätteli, wo sich die Demonstration nach 16.30 Uhr auflöst. Sie verlief grösstenteils friedlich, es kam jedoch zu Ausfällen und Umleitung beim öffentlichen Verkehr. Zur Demonstration aufgerufen hat das «No-More-Comittee». Anwesend war auch die Bewegung für Sozialismus, der revolutionäre Aufbau, das «Sans-Papiers-Kollektiv» und die antifaschistische Aktion.

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Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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