Dessertwein ABC: Was genau ist eigentlich Süsswein?

Dessertwein gerät schnell mal in Vergessenheit. Zeit, dies zu ändern: alles zum Süsswein und seinen Einsatzgebieten.

Dessertwein gerät schnell mal in Vergessenheit. Zeit, dies zu ändern: alles zum Süsswein und seinen Einsatzgebieten.

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Alles über SüssweinDessertwein kann mehr als nur Schlusslicht sein

Am Ende eines Menüs wird passend Dessertwein gereicht. Ist das alles? Nein, noch lange nicht! Wie und wann du Süsswein ausserdem trinken kannst. 

Dessertwein ist ein stark süsser Wein, der am Ende einer Mahlzeit als Begleitung zu Nachtisch oder Zigarren zum Einsatz kommt. Besonders gut passt er zu Pfirsich- oder Aprikosentartes, geschmorten Äpfeln, Crème brûlée oder Crêpe Suzette. Er ergänzt aber auch Salziges.

Süsswein Vin Santo neben Gebäck und Obst – seinen liebsten Begleitern.

Süsswein Vin Santo neben Gebäck und Obst – seinen liebsten Begleitern.

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Etwa wird der auch Süsswein genannte Wein zu intensivem Käse, wie Blauschimmelkäse, empfohlen oder als Begleitung zu Terrinen und Geflügel à l’Orange.

Wie wird Süsswein getrunken?

Je hochwertiger ein Dessertwein ist, desto «wärmer» kann er serviert werden. Einen guten Portwein kannst du zum Beispiel bei Zimmertemperatur trinken. Ist der Geschmack zu intensiv süss, hilft das Kühlen dabei, Aromen zu dämpfen.

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Mövenpick 

Ab wann ist ein Wein ein Süsswein?

Welcher Wein genau den Titel Süsswein oder Dessertwein erhält, ist nicht im europäischen Weinrecht definiert. Laut EU-Verordnung spricht man aber von Dessertwein, wenn der Zuckergehalt mindestens 40 Gramm pro Liter beträgt. Denn charakteristisch ist natürlich seine starke Restsüsse.

Sie entsteht, wenn die Winzerin oder der Winzer die Gärung stoppen, bevor der gesamte Zucker zu Alkohol vergoren ist. Oder auch dadurch, dass die Weinhefe durch den hohen Mostzuckergehalt abstirbt.

Dessertwein passt auch gut zur Käseplatte, statt immer nur zum süssen Dessert.
Dessertwein ergänzt Tartes mit Früchten, Kaiserschmarren oder Crème brûlée optimal.
Da ein Dinner heutzutage meistens auch mit Rot- oder Weisswein, oder aber mit den aktuell beliebten Cocktails endet, geriet Dessertwein etwas in Vergessenheit.
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Dessertwein passt auch gut zur Käseplatte, statt immer nur zum süssen Dessert.

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Wie wird Dessertwein hergestellt?

Dessertweine können bei zwei unterschiedlichen Verfahren hergestellt werden. Entweder kommt es zu einer Konzentration des Weintrauben-Zuckers oder es kommt zur Gärung des sehr zuckerreichen Mostes.

Letzteres ist auch bei Likörwein der Fall, weshalb dieser auch zu den Süssweinen gehört. Winzerinnen und Winzer stoppen dann die Gärung des zuckerreichen Mostes und setzen Alkohol oder aufgespriteten Most zu. Hefen werden abgetötet und eine weitere Umwandlung von Zucker in Alkohol findet statt. Das passiert auch bei Portwein oder Sherry.

In den vergangenen Jahren geriet Dessertwein etwas in Vergessenheit. Ob es daran liegt, dass man sein Abendessen meist auch mit Rot- oder Weisswein beendet? Oder daran, dass Cocktails so beliebt sind?

Wer jetzt mal (wieder) einen Süsswein kosten möchte, sollte auch einen Blick auf die gereifteren Jahrgänge werfen, denn die besten edelsüssen Weine entwickeln oft erst nach einigen Jahrzehnten die Aromen, die bei Dessertwein-Kennern und -Kennerinnen so beliebt sind.

Trinkst du gerne Süsswein? Falls ja: zu welchen Speisen am liebsten?

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