Steigende ProduktionskostenDetailhändler erhöhen Getränkepreise – und es wird noch teurer
Der Preis für PET schiesst in die Höhe und mit ihm auch der für Mineralwasser und Süssgetränke. Einige Produkte kosten beim Detailhändler bereits fast die Hälfte mehr und es drohen weitere Preiserhöhungen.
Darum gehts
Liebhaber von Softdrinks müssen aktuell tief in die Tasche greifen: Mineralwasser kostet beim Detailhändler bereits deutlich mehr, bei den Süssgetränken sind Preiserhöhungen nur noch eine Frage der Zeit. Für eine Eineinhalb-Liter-Flasche Mineralwasser von M-Budget werden in der Migros schon jetzt 35 statt 25 Rappen fällig – das entspricht einem happigen Preisaufschlag von 40 Prozent.
Deklariert hat die Detailhändlerin die Preiserhöhung nicht, dementsprechend empört ist die Kundschaft. Auf Twitter verteidigt die Migros den saftigen neuen Preis: «Leider haben sich die Preise für PET mehr als verdoppelt», lässt die Detailhändlerin verlauten. Zudem hätten sowohl die Kosten für Folien und Deckel als auch für den Transport «massiv zugenommen»: «Daher mussten wir den Preis für das M-Budget Mineralwasser anpassen.»
Mineralwasser auch im Aldi teurer
Mit ihrer Preiserhöhung steht die Migros nicht alleine da: Auch das Aquata-Mineralwasser des Discounters Aldi ist plötzlich teurer: Statt 24 kostet dieses nun 29 Rappen pro eineinhalb Liter, was einem Preisaufschlag von satten 20 Prozent entspricht. Über die «Preisentwicklung» will die Medienstelle von Aldi auf Anfrage keine Auskunft geben, sie bestätigt jedoch den aktuellen Preis von 29 Rappen. Zudem kann der Discounter laut einem Sprecher trotz interner Massnahmen zur Abfederung «allfällige weitere Preisanpassungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschliessen» (siehe Box).
Bei Lidl wurde ebenfalls am Preis geschraubt: «Beim Mineralwasser hat auch bei uns eine Preisanpassung stattgefunden», sagt Sprecherin Milena Hermann. Der Discounter sieht sich ebenfalls mit steigenden Kosten für PET und Produktion konfrontiert. Welche Artikel genau betroffen sind und in welchem Ausmass die Preise erhöht wurden, konnte Lidl am Samstag vor Redaktionsschluss nicht mehr beantworten.
Coop hat die Getränkepreise derweil nicht erhöht – oder zumindest noch nicht: «Wir spüren einen Kostenanstieg bei PET», sagt Sprecherin Rebecca Veiga. Schuld seien die erhöhten Rohstoffpreise, die Knappheit beim Verpackungsmaterial sowie die gestiegenen Transport- und Energiekosten. Die Folge: «Preisanpassungen können wir aktuell nicht ausschliessen», so die Coop-Sprecherin. Man beobachte die PET-Preise, allfällige Preiszuschläge würden in der Coop-Zeitung kommuniziert.
«Werden nicht um Preiserhöhung herumkommen»
Beim Schweizer Getränkehersteller Rivella machen sich laut Sprecherin Monika Christener insbesondere die höheren Energiekosten bemerkbar: «Wir werden nicht um eine Preiserhöhung bei unseren Produkten herumkommen, wie andere Produzenten auch nicht. Der Zeitpunkt und den Umfang des Aufschlags lässt sich heute allerdings noch nicht abschätzen.»
Coca-Cola HBC Schweiz gibt sich auf Anfrage bedeckt und will zu allfälligen Preiserhöhungen keine Auskunft geben. Sprecherin Manuela Wicki sagt nur so viel: «Die Produktionskosten für unsere Getränke sind gestiegen.» Nicht nur rezykliertes PET, sondern namentlich auch Zucker und Aluminium für Getränkedosen, seien teurer geworden. Ausserdem sei das Abfüllunternehmen von höheren Kosten für Transport und Energie betroffen.