Neuer FallDie Lederjacken-Betrüger gehen wieder um
In Kreuzlingen TG versuchte ein italienischer Gauner, einem Rentner billige Jacken für 600 Euro anzudrehen. Der reagierte schnell.
Seltsames widerfuhr Gustav Klotz (73) am Mittwochmorgen. Auf dem Parkplatz eines Einkaufscenters in Kreuzlingen TG wurde er von einem Italiener gefragt, wo es denn nach Süden gehe. Klotz zögerte nicht und beschrieb dem Fremden die Route.
Dann holte der Mann plötzlich eine Lederjacke aus seinem Kofferraum. «Er sagte mir, ich sei ihm sympathisch und er wolle mir als Dank für die Wegbeschreibung die Jacke schenken», erzählt Klotz. Als ihm der Italiener dann noch eine zweite Lederjacke sowie eine Regenjacke in die Hand drückte, wurde Klotz skeptisch.
Rentner ging Gauner nicht auf den Leim
Zu Recht, wie sich herausstellte. «Der Typ wollte plötzlich 600 Euro von mir, für die Autobahngebühren und das Benzin», sagt Klotz. Er habe den Mann darauf hingewiesen, dass er ihm die Jacken doch habe schenken wollen. «Aber er meinte, die seien viel mehr wert als die 600 Euro, die er von mir haben wollte», so Klotz.
Da wurde es dem Rentner zu bunt: Er schmiss die Kleidungsstücke in den Kofferraum des Gauners und liess ihn kurzerhand stehen. «Schade, hatte ich mein Handy nicht dabei, sonst hätte ich ein Foto des Kennzeichens gemacht», sagt Klotz.
Masche kommt immer wieder vor
Laut der Kantonspolizei Thurgau kommt der Lederjacken-Trick immer mal wieder zur Anwendung. «Den letzten Fall hatten wir am 25. Juli. Auch da ist das Opfer allerdings nicht auf die Masche hereingefallen», sagt Sprecher Daniel Meili. Die Polizei rate zur Vorsicht und warne grundsätzlich davor, unbekannten Leuten auf der Strasse etwas abzukaufen.
Auch in anderen Teilen der Schweiz versuchten Gauner schon ihr Glück mit der Masche. Im Sommer 2015 berichtete 20 Minuten über zwei junge Zürcher, die einem Italiener Jacken abkauften, die sich im Nachhinein als billige Plastikwaren entpuppten. Im Frühling 2017 schwatzte in Basel ein Trickbetrüger einem Renter-Paar überteuerte Kleider auf.
Nicht nur mit Lederjacken wird die Masche angewendet: Auch mit minderwertigen Anzügen und Pfannen wurden Opfer schon übers Ohr gehauen.