Ländervergleich - Die Schweiz lockert, Deutschland plant Ausgangssperren

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LändervergleichDie Schweiz lockert, Deutschland plant Ausgangssperren

Shutdown, Ausgangssperren und geschlossene Schulen: In den Nachbarländern gelten harte Massnahmen, die teilweise sogar noch verschärft werden sollen.

Während die Schweiz weiter Massnahmen lockert, befindet sich Frankreich im harten Lockdown. Personen dürfen zwar nach draussen,  ab 19 Uhr gilt allerdings Sperrstunde.
Sowohl Schulen als auch alle Geschäfte und Restaurants sind in Frankreich geschlossen. Der harte Lockdown hat am 3. April begonnen und soll vier Wochen dauern.
Auch in Deutschland diskutiert man über Verschärfungen. Viele Politiker und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel pochen auf regionale Ausgangssperren.
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Während die Schweiz weiter Massnahmen lockert, befindet sich Frankreich im harten Lockdown. Personen dürfen zwar nach draussen, ab 19 Uhr gilt allerdings Sperrstunde.

REUTERS

Darum gehts

  • In der Schweiz hat der Bundesrat weitere Lockerungen beschlossen.

  • Ein Blick ins Ausland zeigt: Viele Länder befinden sich im harten Lockdown.

  • England hingegen hat diese Woche ebenfalls Massnahmen gelockert.

In den meisten Ländern Europas steigen die täglichen Fallzahlen wieder an, auch die Schweiz verzeichnet täglich wieder mehr Neuinfektionen. Der Bundesrat hat sich am Mittwoch trotzdem dazu entschieden, gewisse Massnahmen zu lockern. Eine andere Strategie verfolgen unsere Nachbarn.

Deutschland

In Deutschland sind private Treffen stark eingeschränkt. Zusammenkünfte des eigenen Haushalts sind mit maximal einem weiteren Haushalt möglich. Insgesamt dürfen nicht mehr als fünf Personen zusammenkommen. Diese Regelung gilt nicht nur für Treffen in Innenräumen, sondern auch in der Öffentlichkeit. Restaurants sind bis auf vereinzelte befristete Modellprojekte geschlossen.

Viele Politiker und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel pochen auf regionale Ausgangssperren ab 21 Uhr. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht sogar «keinen anderen Weg» mehr, als sie schon ab 20 Uhr zu starten. Die Sperre soll dann gelten, wenn die Zahl der neuen Corona-Fälle den Schwellenwert von 100 pro 100’000 Einwohnern binnen einer Woche überschreitet. Am Dienstag brachte die Regierung die entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg. Zum Vergleich: In der Schweiz waren es in den letzten sieben Tagen 175,4 Neuinfektionen auf 100’000 Einwohner.

Frankreich

Frankreich befindet sich bereits seit dem 3. April im harten Lockdown. Dieser soll vier Wochen lang dauern, sowohl Schulen als auch alle Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Über Nacht herrscht eine Sperrstunde, die ab 19 Uhr gilt.

Die Situation in den Krankenhäusern ist in mehreren Regionen extrem angespannt und die Fallzahlen häufen sich. Zurzeit raten die französischen Behörden Personen aus der Schweiz und anderen europäischen Ländern von Reisen nach Frankreich ab.

Italien

Auch in Italien sind die Restaurants geschlossen, es gilt noch bis mindestens am 30. April ein harter Lockdown. Italien nutzt bereits seit einigen Monaten ein Ampel-System: Je nach epidemiologischer Lage sind die Regionen unterteilt in grüne, orangene und rote Zonen. Auf der Karte hat es derzeit keine einzige grüne Region, der grösste Teil ist orange. In den orangen Zonen können einmal pro Tag maximal zwei Personen eine einzelne Privatwohnung besuchen. In roten Zonen sind Besuche bei Freunden und Verwandten verboten.

Italien war zuletzt in den Schlagzeilen, als mehrere italienische Inseln ihre jüngere Bevölkerung impfen wollten, um die Feriensaison zu retten. Dieser Plan wurde von der italienischen Regierung verhindert.

Österreich

In Österreich sind die Corona-Massnahmen seit Wochen regional unterschiedlich. In Wien und Niederösterreich gilt noch bis am 2. Mai ein harter Lockdown: Der Handel, die Gastronomie und Kulturevents sind geschlossen oder verboten, Präsenzunterricht an Schulen ist nicht möglich. Viele Regionen sind in Teil-Lockdowns mit geschlossener Gastronomie und Kultur, in Vorarlberg ist am meisten möglich.

England

Mit der Terrassenöffnung ist der Bundesrat nicht ganz alleine. In England hat Premierminister Boris Johnson am Montag die Pubs geöffnet – vorerst wie in der Schweiz nur in den Aussenbereichen. Im aktuellen Shutdown sind die Fallzahlen auf der Insel stark gesunken, was auf das hohe Impftempo zurückgeführt wird. Mehr als 31 Millionen Menschen haben schon die erste Dosis eines Vakzins erhalten, also sechs von zehn Erwachsenen (siehe Box). England hat seit Beginn der Pandemie allerdings fast 127’000 Corona-Tote gemeldet – die höchste Sterberate in Europa.

So läuft die Impfkampagne

Neben England verzeichnet auch Frankreich Fortschritte bei der Impfung der Bevölkerung. Mehr als 11 der rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Frankreichs haben bereits eine Impfung erhalten und seit dieser Woche werden auch Personen ab 55 Jahren geimpft. Doppelt gegen Corona geimpft sind dennoch erst 5,7 Prozent der Bevölkerung. Ähnlich läuft es auch in Deutschland: Rund 17 Prozent oder 14,1 Millionen der Bevölkerung haben bereits mindestens eine Impfdosis erhalten. 6,2 Prozent der Bevölkerung sind doppelt geimpft. Auch Italien bewegt sich in diesem Feld: 6,7 pro 100 Personen sind hier doppelt geimpft. In der Schweiz sind es knapp acht Prozent.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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