Dieses Spiel wird im Unterricht gezockt

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«When we disappear»Dieses Spiel wird im Unterricht gezockt

Das Studio Inlusio Interactive in Zürich hat zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Luzern ein Game entwickelt, das geschichtliches Wissen spielerisch vermitteln soll.

Die Firma Inlusio Interactive hat in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern ein Spiel entwickelt.
Im Game wird ein Mädchen gesteuert, welches im Jahr 1943 durch Europa flüchtet, beginnend in den Niederlanden.
Das komplette Spiel ist historisch korrekt.
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Die Firma Inlusio Interactive hat in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern ein Spiel entwickelt.

Inlusio Interactive GmbH

Darum gehts

  • Das Studio Inlusio Interactive hat zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Luzern ein Game entwickelt.

  • Im Spiel wird den Schüler*innen der Holocaust und die Geschichte der Judenverfolgung auf eine neue Weise vermittelt.

  • Lehrer wie auch Lernende äussern sich durchwegs positiv über das Spiel.

In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern entwickelt Inlusio Interactive ein Spiel, das Lernenden den Holocaust und die Geschichte der Judenverfolgung auf neue Weise vermitteln soll. Wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, ist das Spiel «When We Disappear» von historischer Relevanz, weil dieses eine potenziell wahre Geschichte erzählt – über ein Mädchen, das 1943 von ihrer Schwester und ihren Eltern getrennt wird und den Gräueltaten des 2. Weltkriegs zu entkommen versucht.

Enge Zusammenarbeit mit Pädagogen und Historikern

Das Spiel ist gemeinsam mit Geschichtsforschenden entwickelt worden, die zahlreiche historisch überlieferte Biografien in einer einzigen Storyline zusammenfügten. «Wir wollen das Potential von Games und digitalen Formaten nutzen, um gesellschaftsrelevante Themen verantwortungsvoll anzugehen», sagt Robin Burgauer, Gründer und Produzent von Inlusio Interactive auf Anfrage von 20 Minuten. «Mit dem Spiel wollen wir Geschichte auf gleichzeitig spielerische und bildende Art vermitteln», so Burgauer weiter. «When We Disappear» konfrontiere Spielende immer wieder mit Dilemma-Situationen. Dies soll die Lernenden dazu animieren, getroffene Entscheidungen zu reflektieren oder mit Lehrern und Mitschüler*innen zu diskutieren. Burgauer erklärt: «Die Entscheidungen, die von den Spielenden getroffen werden, haben auch direkten Einfluss auf das Spielgeschehen.»

Deshalb sind die Produzenten in engem Austausch mit Historikern und Pädagoginnen, um ein historisch bedeutsames und pädagogisch wirksames Spielerlebnis zu erzeugen. «Unsere Vision ist es, ein Game zu produzieren, welches sich im Weltmarkt beweisen kann und zusätzlich in Schulen für die Vermittlung von Geschichte genutzt werden kann.»

Ein Spiel basierend auf historischen Begebenheiten

Die im Spiel genutzten Schauplätze beruhen laut den Entwicklern auf historischen Recherchen und repräsentieren Orte, welche essentiell sind für das Verständnis der europäischen Geschichte. «Denkmäler und historische Bauten sind Teil unseres Kulturerbes und sind von grosser Wichtigkeit für die Gesellschaft.» Beispielsweise wird im Spiel die Bedeutung des Schouwburg Theaters in Amsterdam beleuchtet, das im 2. Weltkrieg zu einer Sammelstelle und einem Deportationszentrum wurde. Dies erlaube Reflexion und Diskussion darüber, welche Bedeutung historische Bauten für die Gesellschaft haben.

Spiel kommt in der Schule gut an

Das erste Kapitel des Spiels wird derzeit in Schulen getestet, 2022 soll das fertige Game veröffentlicht werden. Auch Lernende finden die neue Methode interessanter und spannender, heisst es im Bericht der «LZ» weiter. Die Rückmeldungen an Hans Utz von der PH Luzern fallen deswegen durchwegs positiv aus. So finden es die Lernenden etwa nicht problematisch, ein derart ernstes Thema in ein Spiel zu verpacken. Man könne sich so besser in die betroffenen Personen hineinversetzen.

«Das Spiel ist eine gute Abwechslung zum sonstigen Unterricht und es ist eine perfekte Mischung zwischen Information und Unterhaltung», sagt auch Lehrer Adrian Felber. Er glaube zudem, dass durch die spielerische Aufbereitung langfristig mehr im Gedächtnis hängenbleibt.

«Wenn Games nicht nur unterhalten, sondern auch das Erklären, Verstehen und Erzählen fördern, eröffnen sie grosse Chancen für das historische Lernen – und zwar sowohl kurzfristig als auch langfristig», sagt auch Projektleiter Peter Gautschi von der PH Luzern.

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