US-WahlenTrump vor Truth-Social- Dilemma: Geld oder Wahlkampf?
Der Aktienkurs von Truth Social sank im letzten Monat unaufhaltsam. Nun steckt Trump in einer Zwickmühle: Ein Verkauf seiner Aktien dürfte von seiner Wählerschaft nicht gut aufgenommen werden.
Darum gehts
Trump hat bereits über vier Milliarden Dollar mit seinen Aktien bei Truth Social verloren. Ab dem 25. September könnte er die restlichen zwei Milliarden retten.
Doch sollte er seine Aktien verkaufen, sendet dies ein Signal, dass er selbst nicht mehr an einen Wahlsieg glaubt.
Angst vor einer Niederlage hat sich in der letzten Woche in der Republikanischen Partei bereits ausgebreitet.
Donald Trump steht vor einem Dilemma. Ab dem 25. September geht eine Frist zu Ende, die ihn bisher davor abhielt, seine Aktien an Trump Media zu verkaufen. Zu Trump Media gehört Truth Social, die Social-Media-Plattform, die Trump eigens für sich und seine Anhänger gegründet hatte.
Trump gehören 60 Prozent der Anteile, was knapp 115 Millionen Aktien entspricht. Zum aktuellen Kurs macht das knapp zwei Milliarden US-Dollar, die ihm auf Papier gehören. Er müsste die Aktien verkaufen, um die zwei Milliarden tatsächlich zu erhalten. Tut er dies nicht, könnte der Wert abnehmen. Doch verkauft er sie, könnten dies viele seiner Wähler als voreiliges Eingeständnis einer Wahlniederlage auffassen.
Donald Trump bei der Konkurrenz erfolgreicher
Seit seinem Interview mit Elon Musk, dem Chef von X, ist Trump wieder aktiv auf der Plattform, die eigentlich direkter Konkurrent von Truth Social ist. Der Unterschied zwischen den beiden Plattformen ist aber beträchtlich: Trumps Attacken gegen seine Wahlkampf-Kontrahentin Harris erreichen auf X 90 Millionen Follower. Auf Truth Social sind es knapp neun Millionen.

Der Wert der Aktie der Muttergesellschaft von Truth Social verfällt stetig.
Screenshot GoogleTruth Social war nie so erfolgreich, wie Trump das wohl gerne gehabt hätte. Zu Beginn hatte Trump 6,3 Milliarden US-Dollar Aktienkapital ins Netzwerk gesteckt. In seinem ersten Quartal an der Börse hat Truth Social geringe Umsätze gemacht und Verlust eingefahren. Der Wert der Aktie verfällt. Nach dem versuchten Anschlag auf Trump Mitte Juli war sie noch einmal hochgeschossen. Danach ging es kontinuierlich bergab. Zum Schluss am Mittwoch zahlten die Börsianer weniger als 17 Dollar pro Aktie, ein Rekordtief seit dem Börsengang.
Dazu beigetragen haben vermutlich auch einige Topmanager von Trump Media. Diese haben nicht mit dem Dilemma ihres Chefs zu kämpfen. Der Finanzchef zum Beispiel hat sich bereits mit Aktien im Wert von 1,9 Millionen US-Dollar verabschiedet.
«Als verliessen sie das sinkende Schiff»
Sollte Trump es seinen Managern gleich tun, könnte dies schwerwiegende politische Auswirkungen haben. Mancher Wähler dürfte das als Eingeständnis werten, dass Trump das Rennen gegen Harris aufgibt. «Aus der Perspektive der Märkte könnte es aussehen, als verliessen die Ratten das sinkende Schiff», vermutet Charles Whitehead, Alumni-Professor für Wirtschaftsrecht an der Cornell Law School gegenüber CNN.
Ein Gefühl, das bereits seit einigen Tagen von der Republikanischen Partei ausgeht. Kamala Harris liegt in mehreren der wahlentscheidenden Swing States nach einer neuen Umfrage knapp vorn. Eine Garantie auf den Sieg stellt das gewiss nicht dar, aber selbst bei Trumps Partei richtet sich der eine oder andere auf eine Niederlage ein, wie der Spiegel schreibt.
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