Einkaufstourismus«Werde aus Trotz erst recht in Deutschland einkaufen»
Soll die Preisgrenze für das zollfreie Einkaufen im Ausland sinken oder nicht? Das Thema sorgt in der Kommentarspalte für viel Kritik und Unverständnis.
Darum gehts
Die Finanzministerin will die Wertfreigrenze für Einkaufstouristen auf 150 Franken senken.
Das würde das Einkaufen in Deutschland verteuern.
Die Mehrheit der Community nervt sich wegen der hohen Preise in der Schweiz.
Wenn es nach Finanzministerin Karin Keller-Sutter geht, soll die Wertfreigrenze für den Einkaufstourismus halbiert werden. So müssten etwa in Deutschland gekaufte Waren bereits ab einem Betrag von 150 Franken verzollt werden. Bisher liegt die Grenze bei 300 Franken.
Die Abstimmung im Artikel zeigt: Rund vier Fünftel der Leserschaft finden diese Massnahme schlecht. Die Community hat die Senkung der Wertfreigrenze zudem fleissig kommentiert. Viele Leserinnen und Leser zeigen Verständnis für den Einkaufstourismus und kritisieren die massiven Preisunterschiede von identischen Produkten.
Dreifacher Preis für dieselben Winterboots in der Schweiz
Leser Stromproduzent habe am Donnerstag ein Produkt in Deutschland bestellt. Am Montag sei es bereits eingetroffen: «Der Preis inklusive Lieferung betrug nur die Hälfte des Preises in der Schweiz.» Magischer207Wind liefert ein weiteres Beispiel für den Preisunterschied: «Ich habe in Deutschland in einem Laden Winterboots für 20 Euro gesehen. Für das gleiche Paar Schuhe bezahlt man in der Schweiz das Dreifache.»
«Im Ausland ist es so viel billiger, dass es sich auch mit null Freibetrag lohnt», findet Andy1234.
Das Anstehen für Ausfuhrstempel und Deklaration nerve ihn jedoch. Die Anmeldung beim Zoll müsse einfacher sein, zum Beispiel mit einer App für die Deklaration.
«Fahre bei jeder Gelegenheit über die Grenze»
«Ich kann verstehen, dass Menschen, die grenznah wohnen, regelmässig in Deutschland einkaufen. Seid mal ehrlich, wer würde das nicht tun?», fragt Swissmann. Ord.05 macht das aber anders: «Wohne an der Grenze zu Deutschland und kaufe alles bei uns in der Schweiz.» Swissmann versteht die Leute, welche den weiten Weg ins Ausland in Kauf nehmen, jedoch nicht. Anders sieht das Potzblitznomau. Der User verdient nach eigenen Angaben nicht schlecht, dennoch hält ihn das nicht vom Einkaufstourismus ab: «Ich fahre bei jeder Gelegenheit, die sich mir bietet, über die Grenze und kaufe ein, was ich benötige. Trotz mehr Mehrwertsteuer ist so ziemlich alles wesentlich günstiger.»
«Würde nicht weniger einkaufen»
TüfeluffdWand würde durch eine Wertfreigrenze von 150 Franken nicht weniger einkaufen: «Toll, dann muss ich anstatt einmal pro Woche zweimal nach Deutschland fahren.» WTell würde selbst bei einer Freigrenze von null Franken in Deutschland einkaufen – aus Trotz.
StehEichi meint, der Bund müsse Migros und Coop in die Pflicht nehmen. «Wenn die nicht solche Preise verlangen würden, dann müsste man auch nicht ins Ausland einkaufen gehen. Aldi und Lidl machen es ja vor, dass es geht.» Spidirg1978 sieht eine andere Lösung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit: «Es würde den administrativen Aufwand verringern, wenn man die deutsche Mehrwertsteuer nicht zurückfordern könnte und auf der anderen Seite auf den Schweizer Zoll verzichten würde. Ein Gewinn für beide Länder.»
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