Ella Rumpf spielt jetzt in Deutschland ganz oben mit

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«Asphaltgorillas»Ella Rumpf spielt jetzt in Deutschland ganz oben mit

Sie ist der Shootingstar der hiesigen Schauspielszene. Doch ihr neuster Film hat selbst sie eingeschüchtert: Ella Rumpf über Nervosität, ihre Ganoven-Skills und Heimweh.

Katja Fischer
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Katja Fischer
An den Rummel um sie hat sie sich noch nicht gewöhnt: Die Zürcherin Ella Rumpf an der deutschen Premiere von «Asphaltgorillas» Anfang Juli in München.
Im Film von Regisseur Detlev Buck spielt Rumpf die coole Ganovin Marie, die ...
... sich zusammen mit Atris (gespielt von Samuel Schneider) auf eine Falschgeld-Nummer einlässt. Und auf rasante Fahrten im goldenen Lamborghini.
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An den Rummel um sie hat sie sich noch nicht gewöhnt: Die Zürcherin Ella Rumpf an der deutschen Premiere von «Asphaltgorillas» Anfang Juli in München.

2018 Constantin Film Verleih GmbH

Kahlgeschorenes Mitglied einer Jugendgang, Kannibalin, Punkgirl, Ganovin: Es sind stets taffe Frauen, die Ella Rumpf – Tochter eines Schweizer und einer Französin – spielt. Und die ausdrucksstarke 23-Jährige ist wie geschaffen dafür. Überraschend zurückhaltend, fast schüchtern und überaus bescheiden, ist sie dagegen im Interview.

Schon im 20-Minuten-Gespräch vor einem Jahr sagte Rumpf, sie dass sie sich nur langsam an Pressetermine gewöhne. «Das hat sich nicht verändert», sagt sie auch heute. «Und irgendwie scheine ich das Interview geben zwischendurch immer wieder zu verlernen.» Kontakt mit den Medien habe sie schliesslich nur phasenweise. In der Regel, kurz bevor ein Film herauskommt.

Jetzt zum Beispiel wieder: Am 30. August kommt «Asphaltgorillas» in die Kinos, ein deutsches Gangster-Drama von Star-Regisseur Detlev Buck. Für das Schweizer Schaupieltalent ein Karrieresprung. «Ich war zum ersten Mal auf so einem grossen Set», sagt Rumpf. «Am Anfang war das alles neu für mich – und ich wollte alles richtig machen.» Ein wenig Nervosität sei da natürlich geblieben.

Du spielst die coole Diebin Marie. Was ist das Verbotenste, das du selbst jemals gemacht hast?

Das sag ich doch nicht. (lacht) Ganz ehrlich: Ich war noch nie jemand, der viel angestellt hat.

Nie ein krummes Ding in der Schule gedreht?

In der Primarschule war ich die ruhigste Person, die man sich vorstellen kann. Ab etwa 13 hat sich das verändert. Nicht, dass ich ab dann rebelliert hätte. Ich war der Träumer-Typ, der nie zuhörte.

In «Asphaltgorillas» gehts um ziemlich viel Geld: Was würdest du mit zwei Millionen Euro anstellen?

Im Film sind es ja nur Blüten... Ich würde wohl den grössten Teil auf die Seite legen. Und meiner Mutter ein Haus kaufen.

Video: Constantin Film

Der Trailer zur Ganoven-Komödie «Asphaltgorillas» mit Ella Rumpf. (Video: Constantin Film/Pathé Films AG)

Du lebst in Berlin, deine Familie in Zürich. Bist du noch oft hier?

Ich komme gerne nach Hause. Eigentlich immer, wenn ich Zeit habe. Ich habe gemerkt, wie gut mir das tut, um wieder zu mir zu kommen.

Mit wem hier hältst du den Kontakt?

Mit Familie und Freunden – sie beklagen sich manchmal, ich würde mich zu wenig melden. Zugegeben, ich bin keine zuverlässige Antwort-Schreiberin.

Hast du Heimweh?

Selten. Aber es gibt immer wieder Blues-Momente, in denen ich am liebsten nach Hause will.

Was vermisst du?

In diesem Sommer hätte ich viel dafür geben, einfach in den See oder in die Limmat springen zu können.

Und was machst du am liebsten, wenn du mal nichts zu tun hast?

Alles, was ich sonst nicht tun kann: Lesen, Filme schauen, Reisen, und eben: Freunde und Familie besuchen.

Viel freie Zeit bleibt zurzeit aber nicht.

Ja, es läuft sehr viel. Wenn ein Film fertig, gehts ja erst mit der Promo los. Daneben laufen neue Produktionen oder Castings. Ich habe aber auch Mühe, mal nichts zu tun und musste erst lernen, dass das okay ist. Und dass ich keine Angst davor zu haben brauche.

Es geht bisher stets bergauf für dich. Angst, dass der Hype um dich bald abnehmen könnte?

Darüber mache ich mir schon Gedanken. Man weiss nie, ob die Zukunft weiterhin Rollen für mich bereithält, die zu mir passen. Aber im Moment freue ich mich, dass es so läuft.

Was machst du denn als Nächstes?

2019 kommen drei Projekte mit mir raus, eines davon ist eine französisch-bosnischen Co-Produktion über Journalisten im Krieg. Ich spiele eine bosnisch-französische Übersetzerin.

«Asphaltgorillas» mit Ella Rumpf läuft ab 30. August in den Kinos.

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