EM 2024: Valon Behrami über die Schweizer Natii

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Valon Behrami«Wir benötigen dringend einen Plan B»

Valon Behrami ist von der Leistung der Nati gegen Schottland nicht ganz überzeugt. Er findet, es braucht einen Alternativplan.

Granit Xhaka wurde von den Schotten 90 Minuten lang verfolgt und eng gedeckt.
Das tat dem Spielfluss der Nati nicht gut.
Für Nati-Experte Valon Behrami ist klar: «Granit verfolgen und schon hat die Nati Probleme? Ist zu einfach»
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Granit Xhaka wurde von den Schotten 90 Minuten lang verfolgt und eng gedeckt.

Claudio De Capitani/freshfocus

Darum gehts

  • Die Nati hat den Achtelfinal fast schon in der Tasche.

  • Doch 20-Minuten-Kolumnist und Ex-Nati-Star Valon Behrami ist nicht ganz glücklich.

  • Man benötige einen Plan B, sollte Granit Xhaka erneut ausgeschaltet werden.

Die Achtelfinal-Qualifikation ist so gut wie perfekt. Das Minimalziel wurde bereits nach zwei Spielen in der Gruppe erreicht. Das Glas ist also definitiv halb voll. Doch die Schotten haben der Nati am Mittwochabend in Köln ihre Grenzen aufgezeigt – und die Schweiz hatte nur gelegentlich eine Reaktion darauf. 90 Minuten lang Granit Xhaka mit mindestens einem Mann über den ganzen Platz verfolgen und schon hat die Schweiz Probleme? Das ist mir zu einfach.

Dass Granit ein absoluter Schlüsselspieler für die Nati ist, ist längst kein Geheimnis. Wir benötigen dringend einen Plan B, für den Fall, dass ihn die Gegenspieler auch in Zukunft so eng decken. Das Gute an der aktuellen Situation: Murat Yakin und sein Staff haben noch Zeit, sich eine Variante zusammenzustellen. Was noch besser ist an der aktuellen Situation: Die Schweiz ist zu 99,9 Prozent für die nächste Runde qualifiziert und somit geht man ohne jeglichen Druck ins Deutschland-Spiel. Für die Spieler ist das eine beruhigende Ausgangslage. Sie sind heiss darauf, die Deutschen zu besiegen, den Gruppensieg haben sie in den eigenen Händen und trotzdem haben sie keinerlei negativen Druck. Die Nati kann am Sonntag ganz befreit aufspielen – besser könnte die Ausgangslage fast nicht sein.

Mit Embolo unberechenbar

Von einer Rotation würde ich aber definitiv abraten. Als Spieler bist du jetzt im Rhythmus – du bist im Flow. Auf keinen Fall will man geschont werden in so einem grossen Spiel. Da willst du jedes Spiel machen und unbedingt gewinnen. Aussetzen möchtest du nur, wenn du wirklich eine Verletzung hast. Das heisst für mich ganz klar: Die Schweiz muss mit der besten Elf gegen Deutschland antreten – inklusive Embolo. Breel hat nun zweimal mit Kurzeinsätzen gezeigt, dass er bereit ist und er hat noch viel mehr gezeigt, welche immense Gefahr er für die gegnerische Mannschaft ausstrahlen kann. Mit Embolo im Sturm ist die Schweiz nicht nur gefährlicher, sondern auch unberechenbarer. Gemäss meinem Wissensstand gibt es keinen Grund, Breel für den Achtelfinal zu schonen. Ganz im Gegenteil: Dieses Deutschland-Spiel ohne Druck kommt ihm wie gelegen für den ersten Härtetest. Schafft er den, spielt er seine 60-70 Minuten gegen Deutschland. Dann ist er wirklich bereit und voll im Saft für den Achtelfinal.

Zu befürchten ist aber, dass Xherdan Shaqiri am Sonntag wieder von der Bank starten wird. Er hat seine Chance gegen Schottland bekommen und sie definitiv genutzt. Shaq ist ein Phänomen. Wie er die grosse Bühne dieser Turniere immer wieder nutzt, ist einzigartig. Das kann man schlichtweg nicht erklären. Er hatte bei Chicago keine gute Saison, kommt von der Bank und kreiert diesen magischen Moment. Dieses Tor von ihm ist wirklich etwas ganz Besonderes. Noch viel besser als das Tor ist, dass Xherdan nun gut gelaunt ist und vor Selbstvertrauen strotzt. Das ist so wichtig für das Team, für den Turnierverlauf und für die Beziehung zwischen ihm und Murat Yakin. Dieser kann Shaq nun auch problemlos als Joker bringen – und die Gegner werden ihn fürchten nach diesem Tor. Vielleicht schon am Sonntag gegen Deutschland.

Was traust du der Nati an der EM zu?

Komm zum Public Viewing von 20 Minuten im Fifa Museum 

Beim Fifa Museum Public Viewing, präsentiert von 20 Minuten, seid ihr hautnah dabei, wenn in Deutschland um den EM-Titel gekämpft wird. Am Sonntag steht der Final an – leider ohne die Nati. Beim Fifa Museum Public Viewing, präsentiert von 20 Minuten, könnt ihr diesen natürlich trotzdem schauen – und das zusammen mit Experten. So wird dann nebst Pascal Zuberbühler auch Alain Sutter zu Gast sein. Alle Infos zum Public Viewing bekommt ihr hier.

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