#OhneMaskeOhneMich – Ende der Massnahmen führt zu Masken-Streit auf Social Media

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#OhneMaskeOhneMichEnde der Massnahmen führt zu Masken-Streit auf Social Media

Ab Donnerstag braucht es die Maske nur noch im ÖV und in Gesundheitseinrichtungen. Das geht einigen zu schnell: In den sozialen Medien bilden sich Gruppen, die weiterhin Masken tragen wollen.

In den sozialen Medien wird nach der Aufhebung der Massnahmen heftig über den weiteren Gebrauch der Masken diskutiert.
Unter dem Hashtag #OhneMaskeOhneMich äussern einige ihren Unmut über die Lockerungen.
Es bilden sich Gruppen, die weiterhin eine Maske tragen wollen. «Egal ob ÖV, Büro, Einkaufen – Maske ist auf», tweetet ein User. (Symbolbild)
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In den sozialen Medien wird nach der Aufhebung der Massnahmen heftig über den weiteren Gebrauch der Masken diskutiert.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

Am Mittwoch hob der Bundesrat fast alle Massnahmen auf, bis auf die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen. Diese Maskenpflicht soll noch bis Ende März bestehen bleiben.

In den sozialen Medien finden einige das Massnahmen-Ende die falsche Strategie. Sie wollen weiterhin durchgehend eine Maske tragen. Auf Twitter trendet derzeit der Hashtag «#OhneMaskeOhneMich», unter dem viele ihren Unmut über die Lockerungen äussern. «Egal ob ÖV, Büro, Einkaufen – Maske ist auf», tweetet ein User. «Ich habe zwar keinen Bock mehr auf die Pandemie, habe aber auch keinen Bock darauf, an Corona zu erkranken und Long-Covid zu erwischen», schreibt ein anderer.

Solidarität mit Maskenträgern

«Ich werde weiterhin eine Maske tragen, sowohl in Innenräumen, als auch draussen, wenn nötig. Nicht, weil es mir Spass macht, sondern zum Schutz meiner Liebsten und mir selbst», teilt eine andere Twitter-Userin. «Ich trage weiterhin eine FFP2-Maske und setze damit ein solidarisches Zeichen für mich und alle anderen vulnerablen Menschen in diesem Land.»

Andere fordern Solidarität mit Maskenträgern untereinander. «Wir sehen jetzt schon, dass Menschen, die Maske tragen, unschön angegangen werden. Ich schlage vor, dass wir uns dann gegenseitig freundlich mit dem Blick ein Zeichen geben, um einander zu bestärken und zu unterstützen, wenn wir andere Vernünftige sehen», schreibt eine Frau auf Twitter. «Alle vernünftigen Menschen tragen bitte trotzdem die Maske weiterhin», so ein anderer User.

«Niemand will euch eure Masken klauen»

Es gibt jedoch auch solche, die ihr Unverständnis äussern. «Die Pflicht wird in Freiwilligkeit umgewandelt, niemand will euch eure Masken klauen», teilt eine Frau auf Twitter. Ein anderer Nutzer wird etwas schärfer: «Tragt doch die Maske, wenn ihr trotz der Impfung immer noch Angst habt.» «Ohne Maske, ohne mich? Dann lasst sie doch einfach auf. Für mich kein Problem», schreibt ein anderer User.

«Wer die Maske weiterhin trägt, muss damit rechnen, sich zukünftig für diese Entscheidung rechtfertigen zu müssen – wie beim Ausgang ohne Alkohol», wird in den sozialen Medien befürchtet. Andere rechnen gar mit verbalen und körperlichen Angriffen, da sie aus der Masse herausstechen und nicht mehr auf den Schutz in der Gruppe vertrauen können. «Wie lange wird es gehen, bis man in den Läden angepöbelt wird, weil man weiterhin eine Maske trägt?», fragt sich ein Twitter-User.

Mehr Verständnis erwartet Soziologin Katja Rost von der Uni Zürich: «Im öffentlichen Verkehr und auch in Läden wird es wohl noch länger akzeptiert werden, dass man eine Maske trägt, da die Abstände nicht immer gewährleistet werden können.» Draussen im offenen Raum würde dies dann eher seltsam wirken und es könne gut sein, dass man sich dort rechtfertigen müsse. «Es kommt auf die Situation an, jeder wird für sich entscheiden müssen. Der Rechtfertigungsdruck für oder gegen das Maskentragen variiert somit je nach sozialer Situation.»

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel.  058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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