Eure Meinung«Eine 13. AHV-Rente wäre ein Verrat an den Jungen»
Eine 20-Minuten-Umfrage zeigt: Die 13. AHV-Rente stösst auf grosse Zustimmung, aber die Mehrheit der Bevölkerung will nicht länger arbeiten. Die Community ist diesbezüglich geteilter Meinung.
Darum gehts
Laut der ersten 20-Minuten-Umfrage würden aktuell 71 Prozent der Befragten der 13. AHV-Rente zustimmen.
Unter dem 20-Minuten-Artikel sprechen sich in der Kommentarspalte jedoch viele Leserinnen und Leser gegen die Initiative aus.
Ein höheres Rentenalter würden aktuell 61 Prozent ablehnen.
Dies entspricht der Meinung der Community, die in den Kommentaren klarmacht, nicht länger arbeiten zu wollen.
71 Prozent der befragten Personen befürworten die Initiative für die 13. AHV-Rente. 28 Prozent lehnen sie ab. Das zeigt die erste Welle der von LeeWas durchgeführten Umfrage von 20 Minuten. Wir haben die Diskussion der Community in der Kommentarspalte zusammengefasst.
«Würde die Anreize zur privaten Vorsorge verringern»
Obschon in der 20-Minuten-Umfrage die Mehrheit der Vorlage zustimmen würde, sprechen sich in der Kommentarspalte viele Leserinnen und Leser gegen eine 13. AHV-Rente aus. «Ich bin 32. Solange meine Rente nicht sicher ist, gibt es sicher keine 13. AHV. Man muss halt neben der AHV auch selber sparen», so fabelwesen.
«Eine 13. AHV-Rente wäre ein Verrat an den Jungen, indem ein bereits marodes Vorsorgesystem weiter in Schieflage gebracht wird, um Generationen, die ohnehin schon zu viel Vorsorgeleistungen beziehen, noch mehr zu begünstigen. Das ist nicht verhältnismässig, weil auch reiche Personen davon profitieren würden», schreibt Kommentator ravo.
Auch AI-SWEngineer glaubt, dass die Einführung einer 13. AHV-Rente die AHV-Finanzen weiter belasten würde. «Eine 13. AHV-Rente würde die Anreize zur privaten Vorsorge zudem verringern. Wenn die AHV eine höhere Rente zahlt, sind die Menschen weniger motiviert, selbst für das Alter vorzusorgen», schreibt der Leser weiter.
In der Community gibt es aber durchaus auch befürwortende Stimmen. Swissfan schreibt: «Die AHV sollte das Leben nach der Pensionierung sichern, so war das einmal. Heute reicht vielfach die Pensionskassenrente wegen der Umwandlungssatzsenkungen nicht mehr zum Leben. Einen Teuerungsausgleich gibt es nur beschränkt bei der AHV, bei der Pensionskassenrente schon gar nicht. Eine 13. AHV ist also die einzige Alternative.»
«Stimme für eine 13. AHV Rente – für Mama»
«Meine Mama hat das Leben lang gekrampft und gleichzeitig drei Kinder als alleinerziehende Mutter aufgezogen. Sie hat aber nur die AHV sowie einen kleinen PK-Beitrag als Rente. Sie kann sich ihre Pension praktisch nicht leisten. EL zu beziehen, empfindet sie als demütigend. Darum stimme ich natürlich für eine 13. AHV Rente – für Mama», schreibt Blixi. Butterblüemli ist ebenfalls dafür, jedoch würde die Leserin eine Steuerbefreiung der AHV bevorzugen.
Auch andere Leser liefern alternative Lösungsansätze. So würde etwa Idealist anstelle einer 13. AHV ab einem gewissen Vermögen keine AHV mehr auszahlen und die Mehrwertsteuer anheben. Diverse User würden eher Ergänzungsleistungen ausbauen.
Leserin möchte Bundesräten die AHV enteignen
Sara1959 würde für die Bundesräte gar keine AHV mehr auszahlen und Lighthous würde eine 13. AHV an Bedingungen knüpfen. «Eine Person muss nachweisen können, dass sie 30 bis 35 Jahre im Berufsleben gearbeitet und AHV einbezahlt hat und ihr Einkommen zu maximal 60’000 Franken nicht gereicht hat. Dann wird denen geholfen, die es verdient haben.»
Darum gehts am 3. März
Die Volksinitiative «für ein besseres Leben im Alter», wie sie offiziell heisst, verlangt für alle Rentnerinnen und Rentner eine 13. AHV-Rente. Lanciert wurde sie hauptsächlich vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Unterstützt wird sie offiziell von den linken Parteien SP und Grünen sowie weiteren linken Organisationen. Die bürgerlichen Parteien lehnen das Anliegen ab, aber ihre eigene Basis zeigt gemäss Umfrage grosse Sympathien für das Anliegen.
Die Volksinitiative «für eine sichere und nachhaltige Altersvorsorge» stammt von den Jungfreisinnigen und will das Rentenalter im Grundsatz von 65 auf 66 Jahre erhöhen. In den folgenden Jahren soll es an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Das Anliegen geniesst Support in der FDP und den Wirtschaftsverbänden. Die Spitze der Mitte lehnt es ab, die SVP ist gespalten, wie 20 Minuten kürzlich aufzeigte.
Ein anderes Bild zeigen die Umfrageergebnisse zur Renteninitiative: 61 Prozent der Befragten lehnen ein höheres Rentenalter ab, 35 Prozent würden Stand jetzt Ja stimmen.
«Schade, dass ein schönes Leben mit der Pension in der Schweiz nicht reicht.»
Das Rentenalter scheint die Community insgesamt weniger zu beschäftigen als die 13. AHV, denn unter insgesamt über 800 Kommentaren kann man die Äusserungen zur Renteninitiative beinahe an einer Hand abzählen. Marucla stört sich daran, dass in der Umfrage die über 65-Jährigen ein höheres Rentenalter befürworten. «Ja, vielen Dank, sie betrifft es ja nicht mehr. Sie haben aber wohl Angst um ihre Rente.»
User MaximusDecimusMeridius glaubt nicht daran, dass die Bevölkerung länger arbeiten möchte: «Mit dieser Entwicklung drängt ihr die Leute nur dazu, mit 55 Jahren nach Italien, Spanien, Portugal auszuwandern, und dort ihr Leben zu geniessen. Schade, dass es für ein schönes Leben mit der Pension in der Schweiz nicht reicht.» «Das Rentenalter darf nicht erhöht werden, komme was wolle», meint auch klabauterbach.
Keine News mehr verpassen
Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.