Neuste Entwicklungen«In der Schweiz ist 2G derzeit nicht zu rechtfertigen»
Expertinnen und Experten informieren in Bern über die neusten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Deine Meinung zählt
Kann man sich gleichzeitig gegen Corona und die Grippe impfen lassen?
Hauri sagt, dass man beide Impfungen gleichzeitig verabreichen könne.
Zusammenfassung
Die Fallzahlen verdoppeln sich derzeit alle zwei Wochen. Die Spitaleintritte sind stabil bis leicht rückläufig. Eine Million der Schweizer Bevölkerung ist immer noch ohne Schutz gegen das Virus.
Bei den Boosterimpfungen sieht sich der Bund zeitlich im Fahrplan. Diese seien kurzfristig nicht so dringend und es brauche eine gewisse Vorbereitungszeit dafür.
Aktuell zentral sei die laufende Impfwoche. Für konkrete Ergebnisse oder Zahlen sei es noch zu früh. Die Anwesenden zeigen sich aber erfreut darüber, wie sich die Kantone mit einer Vielzahl von Angeboten engagieren.
Eine 2G-Regel, wie sie zum Beispiel Österreich eingeführt hat, erachten sowohl Virginie Masserey vom BAG wie auch der Präsident der Kantonsärzte Rudolf Hauri derzeit als nicht gerechtfertigt.
Es ist auch möglich, sich neben Corona auch gegen die Grippe impfen zu lassen.
Die Medienkonferenz ist beendet
Es werden keine weiteren Fragen gestellt, die Medienkonferenz ist beendet. Lesen sie hier in Kürze eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten.
Gibt man den Prominenten eine einheitliche Botschaft in die Impfwoche mit?
Masserey: «Wir überlassen es den berühmten Persönlichkeiten, eine eigene Botschaft zu vermitteln und denken, dass dies eine positive sein wird.»
Warum ging es nicht schon los mit den Boosterimpfungen?
Masserey: «Wir müssen uns vorbereiten. Es braucht Informationen für das Fachpersonal.» Mit einem Vorlauf von zwei Wochen seien wir gut unterwegs. Priorität habe jetzt die Impfwoche und es liege drin, dass man etwas darauf wartet.
Gibt es schon eine Zwischenbilanz bei der Impfwoche?
Es gibt noch keine Zahlen, so Masserey. «Aber wir sind zufrieden mit den Aktionen von den Kantonen.»
Einige Politiker fordern, dass Tests wieder gratis werden sollen. Macht das auf den Winter Sinn und was hat das gekostet?
Im zweiten Quartal hätten die Tests 359 Millionen Franken gekostet. Wir bezahlen repetitive Tests in Unternehmen und in Schulen, so Masserey. Aber nicht für Personen, die sich freiwillig gegen eine Impfung entschieden.
Weshalb hat man die Meldepflicht aufgehoben bei den positiv getesteten Geimpften?
Wir wussten, dass nicht alle Fälle gemeldet wurden. Dies liegt bei den Ärzten. Nicht alle besuchen einen Doktor oder benötigen eine ärztliche Behandlung.
Was sagt Rudolf Hauri zu 2G?
Rudolf Hauri sieht, wie Virginie Masserey, derzeitig keine Rechtfertigung für eine 2G-Regelung wie in Österreich.
Frankreich warnt vor Nebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen. Was sagt die Schweiz dazu?
Masserey bestätigt, davon zu wissen. Die Fälle von Myokarditis und co. seien aber in der Schweiz sehr gering. Swissmedic überwache die Fälle im Zusammenhang mit den mRNA-Impfstoffen.
Frage zur Boosterimpfung
Hauri sagt, dass die Boosterimpfungen jetzt zugelassen seien. Der Impfschutz verfalle ja nicht sofort, wir seien zeitlich gut im Plan, so Hauri.
Die Fragerunde beginnt
Die Medienschaffenden können jetzt Fragen stellen.
Ist 2G gerechtfertigt für die Schweiz?
Masserey: Das ist in der Schweiz derzeit nicht zu rechtfertigen.
Hauri über die Impfwoche
Rudolf Hauri spricht von einer anhaltenden Ausbreitung des Virus.
Es würden sich lokale Impfausbrüche beobachten lassen. Nebst Schulen würden die an privaten Anlässen geschehen. Die Postivitätsrate bei den Schulen sei nach wie vor tief, so Hauri.
Die Bevölkerung habe viele Fragen, so Hauri. Zum Beispiel ob es möglich sei, gleichzeitig sich auch noch gegen die Grippe impfen zu lassen.
Hauri betont nochmals, dass man sich praktisch überall und auch mobil impfen lassen kann. «Impfen in einem speziellen Setting ist angesagt.»

Rudolf Hauri ist Kantonsarzt Zug, und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS
Kantone mit eigenen Aktionen bei Impfwoche
Die Kantone seien sehr kreativ in der Umsetzung der Impfwoche mit Impfschiffen, Impftrams und Bussen, Konzerten oder einem Impfdorf.
Masserey: Jede Impfung zählt»
Besonders interessant findet Masserey, dass bei den 16 bis 19-Jährigen die Impfungen in der letzten Zeit besonders zugenommen haben, während die Quote in den oberen Altersklassen leicht stagniert. «Wir haben jetzt die nationale Impfwoche und wir beraten und informieren.» Jede Impfung zähle.

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit BAG, spricht an der Point de Presse auf Fachebene.
Masserey zur aktuellen Lage
Virignie Masserey sagt, dass seit Mitte Oktober die Fallzahlen zunehmen. «Sie verdoppeln sich etwa alle zwei Wochen». Es seien vor allem die Zentral- und Ostschweiz betroffen. Die Schweiz befindet sich international im Mittelfeld. Auf den Intensivstationen sei die Lage stabil, die Belegungsrate liege bei 74 Prozent, so Masserey. «Die Inzidenz steigt in allen Alterskategorien, am meisten aber bei den jungen Erwachsenen.» Die Ansteckungsrate nehme zu, auch die Spitaleintritte würden steigen.
Das Virus zirkuliere rasch in der gesamten Bevölkerung und treffe vor allem die Ungeimpften. Die Anzahl der Personen, die nicht geimpft sind, seien ein Problem. «19 Prozent der Bevölkerung sind immer noch ungeimpft. Nur 6 Prozent sind immun, ohne geimpft zu sein. Diese könne man zu den 75 Prozent Geimpften dazuzählen. Allerdings seien immer noch eine Million der Schweizer Bevölkerung ohne Schutz, so Masserey.
Die Medienkonferenz beginnt
Andreas Ledergerber, Informationsbeauftragter der Bundeskanzlei, begrüsst die anwesenden Fachpersonen und die Gäste.
Ausgangslage
Die Infektionszahlen steigen wieder, zudem steht der Winter vor der Tür. Wie reagieren die Expertinnen und Experten des Bundes auf die Zahlen und wie wollen sie diesen entgegnen?
An einer Medienkonferenz um 14 Uhr nehmen folgende Fachleute Stellung und beantworten Fragen:
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit BAG
Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS