Fall Maddie«Polizei versucht, aus mir ein Monster zu machen»
Christian Brückner gilt als Hauptverdächtiger im Fall der seit 2007 verschwundenen Maddie McCann. In Briefen will er die Welt von seiner Unschuld überzeugen.
Darum gehts
Der Fall Maddie ist nach wie vor ungelöst.
Der deutsche Christian Brückner, der wegen einer Vergewaltigung bereits im Gefängnis sitzt, gilt als Hauptverdächtiger.
Brücker beteuert aber seine Unschuld.
Dies geht laut einem Medienbericht aus Briefen hervor, die Brückner geschrieben hat.
Er sieht sich darin auch als Opfer.
Im Oktober letzten Jahres wurde der deutsche Christian Brückner von der Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen mehrerer Sexualverbrechen angeklagt. Diese soll er zwischen den Jahren 2000 und 2017 in Portugal begangen haben – zu jener Zeit, als auch Madeleine «Maddie» McCann 2004 verschwand und von der seither jede Spur fehlt. Im Fall Maddie hat die Behörde bislang aber noch keine Anklage erhoben. Und geht es nach Brückner, der wegen einer Vergewaltigung im Jahr 2005 bereits eine siebenjährige Haftstrafe verbüsst, hat er damit auch nichts zu tun. Dies geht aus Briefen hervor, die Brückner geschrieben haben soll und die der «Daily Mail» vorliegen. In diesen will er die Welt von seiner Unschuld überzeugen.
«Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn die ganze Welt glaubt, dass man ein Kindsmörder sei, es aber nicht ist», so Brückner. Er sei davon überzeugt, dass ihm im Fall Maddie nie der Prozess gemacht werden könne. «Mir wurde vor langer Zeit einmal gesagt, dass die Staatsanwaltschaft den Fall Maddie schliessen werde, da es nicht den geringsten Beweis gebe. Es wird nie einen Prozess geben.» Zudem wirft er der Polizei und der Staatsanwaltschaft vor, dass diese versuchten, «aus mir ein Monster zu machen, damit alle glauben, dass ich der Richtige bin».
In seinen Briefen beschuldigt der verurteilte Sexualstraftäter auch das Ermittlerteam. Aus juristischen Gründen könnten die Anschuldigungen laut «Daily Mail» nicht publiziert werden – bis auf einen Vorwurf. Brückner: «Ich meine, ein schwuler Ermittler, der einen Schwerverbrecher liebt. Ungeheuerlich.»
Brückner sieht sich auch als Opfer. Er werde gequält. «Die Folter, die ich durchmachen muss, ist der beste Beweis, den es gibt.» Etwas, das er nie für möglich gehalten hätte. «Wir sind hier in Deutschland, nicht in Pakistan.» Aber, so versichert er, ihn könne man nicht unterkriegen.
Suchaktion beendet
Inzwischen hat auch die Polizei die Suchaktion an einem Stausee im Süden Portugals beendet. «Das zusammengetragene Material wird den deutschen Behörden übergeben», teilte die Kriminalpolizei am Donnerstag mit. Sie nannte allerdings weder Details zu den Funden noch zum konkreten Ziel der Aktion. Laut der portugiesischen Zeitung «Correio da Manha» sei man jedoch auf einen «relevanten Hinweis gestossen».
Auf Betreiben der deutschen Ermittlungsbehörden hatten Beamte aus Deutschland, Grossbritannien und Portugal seit Dienstag das Gebiet um den Arade-Stausee abgesucht, um weitere Erkenntnisse zum Verschwinden des britischen Mädchens im Jahr 2007 zu gewinnen. Dabei kamen unter anderem Spürhunde und eine Drohne zum Einsatz. Die Ermittler nahmen örtlichen Medien zufolge Bodenproben und sammelten verschiedene Stofffetzen auf.
Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?
Hier findest du Hilfe:
Polizei nach Kanton
Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter
Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
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