Baselland: «Gipfeltriebernte» – die kommenden Tage gibt es mehr Fluglärm

Publiziert

Baselland«Gipfeltriebernte» – die kommenden Tage gibt es mehr Fluglärm

Im Vierjahrestakt werden in der Schweiz auf rund 200 Waldflächen Astproben aus Baumkronen entnommen. Diese werden per Helikopter abgeseiltem Forstarbeiter gesammelt und anschliessend untersucht.

Viel Fingerspitzengefühl des Piloten ist Voraussetzung, dass die Ernte der sogenannten Gipfeltriebe erfolgreich
gelingt. Diese sind Untersuchungsmaterial der Interkantonalen Walddauerbeobachtung.
Durch die Analyse der Gipfeltriebe können allerlei wichtige Informationen über die Gesundheit der Schweizer Wälder sichergestellt werden.
Um die Äste aus dem obersten Kronenbereich zu ernten, wird eine Person aus dem Helikopter
abgeseilt. 
1 / 4

Viel Fingerspitzengefühl des Piloten ist Voraussetzung, dass die Ernte der sogenannten Gipfeltriebe erfolgreich gelingt. Diese sind Untersuchungsmaterial der Interkantonalen Walddauerbeobachtung.

Institut für Angewandte Pflanzenbiologie

Darum gehts

Im Rahmen der Interkantonalen Walddauerbeobachtung findet alle vier Jahre eine Gipfeltriebernte aus der Luft statt. Um die Gesundheit und die Entwicklung der Schweizer Wälder zu untersuchen, werden von einzelnen Bäumen sechs der obersten Äste, sogenannte Gipfeltriebe, abgeschnitten und analysiert. Dazu wird eine Person aus einem Helikopter abgeseilt und in die Baumkronen gesetzt.

Dieses Jahr ist der Helikoptereinsatz vom 26. bis 28. Juli geplant. Dabei werden in der Region Basel über 30 Beobachtungsflächen angeflogen, um Äste der Baumkronen zu ernten. Dies teilt das Amt für Wald beider Basel am Montag mit. Pro Fläche dauere die Ernte etwa 20 Minuten, wobei der gesamte Helikoptereinsatz inklusive An- und Abflug sowie Umladen der geernteten Äste ungefähr eine halbe Stunde in Anspruch nehme. Während dieser Zeit müsse in der Umgebung der Flächen mit entsprechendem Fluglärm gerechnet werden. 

Die Interkantonale Walddauerbeobachtung ist ein seit über 40 Jahren bestehendes Programm, das von insgesamt elf Kantonen in Zusammenarbeit mit dem Bund betrieben wird. Im Vierjahrestakt werden schweizweit auf fast zweihundert Beobachtungsflächen Gipfeltriebe geerntet, anschliessend umfassend vermessen und intensiv untersucht, wie das Amt für Wald aufklärt. Die gesammelten Daten geben wichtige Aufschlüsse über den Zustand der Bäume, wie etwa das Wachstum oder den Grad der Belaubung. 

Untersuchungen beugen Krankheiten und Parasitenbefall vor

Die geernteten Gipfeltriebe werden nach dem Helikopterflug vom Institut für Angewandte Pflanzenbiologie (IAP) im solothurnischen Witterswil untersucht. Das IAP führt seit 42 Jahren im Auftrag mehrerer Kantone und des Bundes umfangreiche Forschungen zum Zustand und der Entwicklung der Waldbäume durch.

Die Gipfeltriebernte ist ein wichtiger Teil dieser Untersuchungen, um das Wachstum der Bäume zu messen, den Fruchtbehang zu bestimmen und Laubproben für Nährstoffanalysen zu entnehmen. Des Weiteren werden gar mögliche Krankheiten und Parasiten identifiziert.

Aktivier jetzt den Basel-Push!

Deine Meinung zählt

7 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen