Organspenden«Ich hoffe, ihr braucht nie ein Organ»
Die SVP will die umstrittene Organentnahme nach Herztod in der Schweiz verbieten - darüber entscheidet der Nationalrat am Mittwoch. Eure Meinungen sind gespalten.
Darum gehts
Das Parlament berät in der Herbstsession das Transplantationsgesetz, das die Organspende regelt.
Aus der SVP kommt ein Antrag, die Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand zu verbieten.
Die Meinungen der 20-Minuten-Community gehen weit auseinander.
Die einen finden, dass jeder machen sollte, was er will. Andere plädieren auf das Gewissen der Mitmenschen.
Organspende ist ein kontroverses Thema. Immer wieder wird eine neue Diskussion entfacht. So auch derzeit, denn: Die Organentnahme nach einem Herzkreislauf-Stillstand ist umstritten und steht jetzt im Parlament zur Diskussion. Am Mittwoch entscheidet der Nationalrat über einen Antrag der SVP, diese Art von Organspende zu verbieten — damit würden die Organspenden nach Herztod, die heute 46 Prozent der Organspenden betragen, wegfallen.
Der Grossteil der Leserinnen und Leser teilen eine Meinung. FleissigesBienchen bricht es herunter: «Kann jeder sehen, wie er will, aber mein Körper gehört mir und nicht einem Gesetz.» Ähnlich sieht es Marcotre: «Das sollte die Politik grundsätzlich nicht entscheiden dürfen. Wenn ich nicht will, dass man mir Organe entnimmt, will ich das nicht. Dann sollte niemand das Recht haben, das Gegenteil zu erzwingen.» Klar ist jedoch: Die Abstimmung erfolgt im Rahmen einer Revision des Transplantationsgesetzes, die im Grundsatz kaum bestritten ist. Auch nach der Revision wird die Organspende freiwillig bleiben. Swiss52 geht noch etwas weiter. Er schreibt: «Es tut mir leid für Menschen, die ein Organ benötigen, aber ich habe kein Vertrauen zu den Ärzten!»
Dass dieser Antrag ausgerechnet von der SVP kommt, finden nicht alle in der 20-Minuten-Community gut. So schreibt MicmicCH etwa: «Man könnte meinen, die SVP lebt im Mittelalter!»
«Es ist einfach, egoistisch und hartherzig zu sein»
Illil68 versucht den Leserinnen und Lesern ins Gewissen zu reden: «Alle, die sich jetzt so empört zeigen, sollten mal mit einer betroffenen Person, die schon lange qualvoll auf ein Organ wartet, diskutieren!»
Eine Person, die das hinter sich hat, ist Alexa1: «Ich bin mit 14 an zystischer Fibrose erkrankt und sehr froh über meine neue Lunge, durch die ich seit drei Jahren ein neues Leben habe. Ich bin erst 30. Es ist sehr einfach, so egoistisch und hartherzig zu kommentieren wie manche hier, sofern man nicht selbst betroffen ist.» Und: «Ich hoffe, ihr braucht nie ein Organ.»
«Hier geht es um Leben»
Verstand68 meint, dass das Thema des Artikels ein ganz anderes sei: «Es geht darum, ob ein Mensch mit Herztod wirklich keine Chance mehr hat, ohne Folgeschäden zu überleben. Und ganz ehrlich, kann der Arzt das wirklich beurteilen? In diesem Bereich wird viel Geld gemacht. Ich finde es gut, dass das Thema näher angeschaut wird, egal von welcher Partei. Hier geht es um Leben.»
Etwas ganz anderes fragt sich Leser Floppy12: «Eine Frage an die Forscher: Wäre es möglich, zukünftig lebenswichtige Organe mit dem 3D-Drucker zu erstellen? Das wäre doch toll.«
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