Starker FrankenHistorischer Tiefststand– erstmals fällt der Euro unter 95 Rappen
Der Euro ist am Donnerstagmorgen nur noch 0,9492 Rappen wert.
Darum gehts
Mit ihrem dritten ungewöhnlich kräftigen Zinsschritt nacheinander setzt die US-Notenbank ihren aggressiven Kampf gegen die Inflation fort. Die strenge Geldpolitik soll die Teuerungsrate in den USA endlich spürbar senken. Die Fed erhöhte am Mittwoch ihren Leitzins erneut um 0,75 Prozentpunkte – und Fed-Chef Jerome Powell machte deutlich, dass mit den grossen Zinsschritten noch lange nicht Schluss ist. «Ohne Preisstabilität funktioniert die Wirtschaft für niemanden», sagte er.
Belastet wird der Euro, wie auch viele andere Währungen, durch den starken Dollar. Die US-Währung profitiert zum einen von der straffen Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Auch der Franken bleibt weiterhin stark. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel am Donnerstagmorgen unter die Marke von 95 Rappen (0,9492) . Das ist zwar für Einkaufstouristinnen und -touristen attraktiv, stellt jedoch eine Belastung für die Schweizer Exportwirtschaft dar.
Euro fällt auf 20-Jahrestief
In der Nacht auf Donnerstag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 0,9809 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit etwa 20 Jahren. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch etwas höher auf 0,9906 Dollar festgesetzt.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87335 (0,87395) britische Pfund und 142,66 (143,34) japanische Yen fest. Eine Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London zum Preis von 1667 Dollar gehandelt. Das waren rund zwei Dollar mehr als am Vortag.
Der Dollar als wichtigste Reservewährung legte zu, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin eine Teilmobilmachung wegen des Ukraine-Kriegs ausgerufen hatte. Zugleich kündigte Putin an, «Referenden» in den besetzten Gebieten der Ukraine über einen Beitritt zu Russland zu unterstützen. Die ohnehin schlechten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen dürften sich infolgedessen weiter eintrüben.
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