Internationale StudieIm ganzen Alpenraum hat die Schneemenge abgenommen
Ein Forscherteam hat den Niederschlag des gesamten Alpenraumes untersucht und deutliche Rückgänge festgestellt. Es soll aber auch regionale Unterschiede geben.
Darum gehts
Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat die Schneemenge im gesamten Alpenraum untersucht.
85 Prozent aller Messstationen zeigen einen Rückgang auf.
Untersucht wurden Daten von November bis Mai zwischen 1971 und 2019.
Im gesamten Alpenraum hat die Schneemenge in den letzten 50 Jahren deutlich abgenommen. Darauf weist eine Studie hin, die ein internationales Forscherteam mit Schweizer Beteiligung im Journal «The Cryosphere» veröffentlicht hat. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben dazu Daten von über 2000 Messstationen aus allen Alpenländern verarbeitet und laut eigenen Aussagen die erste umfassende alpenweite Auswertung der Veränderung der Schneetiefe vorgenommen.
Von 1971 bis 2019 zeigt die Studie zwischen November und Mai einen Rückgang der Schneetiefe bei 85 Prozent der Messstationen auf, von denen wiederum 26 Prozent als signifikanter Rückgang eingestuft werden. Regional gebe es aber auch Unterschiede.
Klimawandel stand nicht im Fokus
Insbesondere bei Messungen im Frühling und unter 2000 Metern über Meer habe die Schneemenge deutlich abgenommen. Durchschnittlich sei die Schneetiefe alle zehn Jahre um 8,4 Prozent zurückgegangen. In den tieferen Regionen und im Frühling liege der Schnee zudem weniger lang und der Rückgang sei noch deutlicher zu beobachten.
Der Zusammenhang der Schneemenge mit dem Klimawandel stand bei der Studie nicht im Vordergrund. Forscher Michael Matiu sagt aber zur Agentur dpa: «Es ist klar, dass der Schnee aufgrund höherer Temperaturen früher und schneller schmilzt.»
Die Schneedecke spielt nicht nur für die Pflanzen und Tiere der Alpen eine wichtige Rolle, sondern auch für Wintertourismus, Landwirtschaft, Wasserversorgung und Wasserkraft. Das Forschungsteam rund um Matiu hat zusätzlich zur Studie einen Datensatz veröffentlicht, von dem es sich weitere Forschungsergebnisse verspricht.