Gegen Richtlinien verstossenZu brutale Videos – Instagram löscht zwei «Szene ish»-Seiten
Weil zwei Schweizer Profile gegen die Richtlinien von Instagram verstossen, wurden sie vom Netz genommen. Es handelt sich um zwei «Szene ish»-Accounts.
Mit solchen Videos wurde «Szene ish Winti» auf Instagram populär. Jetzt wurde die Seite gesperrt.
20 MinutenDarum gehts
- Zwei Schweizer Instagram-Accounts wurden geschlossen.
- Dies weil sie gegen die Richtlinien und Nutzungsbedingungen verstossen hätten.
- Auf den Profilen wurden Schlägerreien, Verhaftungen und Betrunkene gezeigt.
In den letzten zwei Monaten waren die beiden Instagram-Profile «szene_ish_zueri» und «szene_ish_winti» auf Instagram omnipräsent. Der Zürcher Seite folgten rund 34’000 Abonnenten und der Winterthurer Ausgabe über 7500 Personen. Nun sind die beiden Profile nicht mehr aufrufbar. Der Grund: Die Betreiber hätten die Nutzungsbedingungen und die Gemeinschaftsrichtlinien verletzt.
Auf den Seiten wurden Verhaftungen und Schlägereien aus der Region gezeigt. Auch wurden betrunkene Leute oftmals blossgestellt. Über 40’000-mal wurde ein Video angesehen, das einen Mann in einem Zug am Zürcher HB zeigt, wie er betrunken mit einem Messer herumwedelt. Sicherheitsbeamte zerren ihn aus dem Zug und werfen ihn zu Boden. Alle Personen im Video sind gut zu erkennen.
Wie der «Tages-Anzeiger» (Artikel ist kostenpflichtig) schreibt, hat Instagram am Montag um 18 Uhr reagiert. Eine Sprecherin sagt gegenüber der Zeitung: «Ein Team von Instagram habe die beiden Accounts überprüft und sei zum Schluss gekommen, diese zu schliessen.»
Verfahren der Polizei eingeleitet
Der Betreiber der Winterthurer Ausgabe ist traurig über die Schliessung. Er sagt: «Ich wollte die Leute unterhalten und zum Lachen bringen.» Der 19-jährige Betreiber aus Zürich wollte sich nicht zur Deaktivierung äussern. Mit den Videos wird er wohl nicht aufhören. Er erstellte schon vor der Schliessung einen Back-up-Profil. Diesem folgen mittlerweile über 10’000 Menschen.
In seiner Story schreibt der 19-Jährige: «Instagram deaktiviert Accounts, in denen lustige und unterhaltsame Videos gepostet werden, aber lässt Videos drin, in denen Nacktheit, Gewalt und Morde gepostet werden.» Als Selbstverteidigung schreibt er: «Ja, ich habe auch Videos mit Schlägereien geteilt, aber mit dem Hashtag – sagt Nein zu Gewalt – gut gemacht Instagram.»
Von der Stadtpolizei Winterthur wurde ein Verfahren gegen die Winterthurer Seite eingeleitet. Dies bestätigt Mediensprecherin Rahel Egli dem «Landboten». Egli will aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, was der Straftatbestand ist. Gegenüber 20 Minuten sagte der Betreiber nach dem Start der Ermittlungen: Die Stapo habe ihm geraten, problematische Videos zu löschen, da diese gegen Persönlichkeitsrechte verstossen können. «Ich erkenne aber kein Problem in meinen Videos», sagt er. Er wolle bewusst polarisieren.
Das Video des Angriffs landete im Netz.
«Szene ish»
«Szene isch Basel» machte im Mai den Anfang, inzwischen gibt es in der Schweiz Dutzende Nachahmerseiten auf Instagram, die nach dem gleichen Muster funktionieren. Sie dienen einer wachsenden Community aus den jeweiligen Städten als Plattform für Videos, die krude und teils gewalttätige Szenen aus dem Nachtleben dokumentieren. Die Instagram-Accounts haben oft Tausende Follower und sind auch schon zu einem Medienphänomen geworden.