Vorwurf der Diskriminierung - Ist diese «M&M’s»-Verpackung rassistisch?

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Vorwurf der DiskriminierungIst diese «M&M’s»-Verpackung rassistisch?

Ein Leser stört sich an einer «M&M’s»-Verpackung. Diese sei rassistisch und sexistisch. Der Hersteller bestreitet das.

Ein Leser stört sich an dieser «M&M’s»-Verpackung. Das Sujet sei rassistisch und sexistisch. Er fragt sich, wann Coop das Produkt aus dem Sortiment nehme.
Coop sieht dafür allerdings keinen Grund. Das Produkt sei bei den Kundinnen und Kunden beliebt.
In der Vergangenheit führten auch Lakritze mit dem Markennamen «Negro» für Diskussionen.
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Ein Leser stört sich an dieser «M&M’s»-Verpackung. Das Sujet sei rassistisch und sexistisch. Er fragt sich, wann Coop das Produkt aus dem Sortiment nehme.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Ein Leser stört sich an einer «M&M’s»-Verpackung im Coop.

  • Er bezeichnet diese als rassistisch und sexistisch.

  • Mars, zu dem «M&M’s» gehört, hat bisher allerdings keine Reklamationen wegen dieses Produkts erhalten.

  • Coop sieht keinen Handlungsbedarf.

20-Minuten-Leser L.* ist irritiert. Als er kürzlich im Coop einkaufte, entdeckte er eine Spezial-Packung «M&M’s». Auf der pinken Packung ist ein weibliches «M&M» zu sehen – mit braunem Oberkörper, weissen Beinen und High Heels. Über diesem Sujet prangt die Bezeichnung «Brownie».

Für L. ist das ein Skandal. «Ich frage mich, wie lange es geht, bis Coop dieses Produkt wegen Rassismus- und Sexismus-Vorwürfen aus dem Sortiment nimmt.» Zudem habe er sich gefragt, seit wann schwarze Menschen weisse Beine hätten.

Ist dieses Produkt rassistisch und sexistisch? Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) kann bei dieser «M&M’s»-Verpackung jedenfalls «keine rassistischen oder kolonialistischen Stereotypen» erkennen.

Ähnlich deutet auch Dina Wyler von der Stiftung für Rassismus und Antisemitismus den Fall. «Die gewählte Farbe bezieht sich auf das Produkt und es werden keine stereotypischen Bilder von schwarzen Menschen reproduziert.» Die Abbildung der Verpackung sei keine Herabsetzung aufgrund der Hautfarbe. Aber: «Die Irritation des Lesers verdeutlicht die gestiegene Sensibilität dafür, wie People of Color in der Öffentlichkeit oftmals dargestellt werden.»

Pink als Signalfarbe

Die Mars-Gruppe, zu der die Marke «M&M’s» gehört, hat bisher keine Reklamationen wegen dieses Produkts erhalten. Eine Sprecherin versichert, dass sich der Name Brownie auf den Schokokuchen Brownie beziehe. Zudem verweist sie darauf, dass es sich bei dem braunen «M&M» um den frei erfundenen Charakter «Mrs. Brown» handle. Und sie sei von Natur aus nun einfach einmal braun. Auch den Sexismus-Vorwurf wehrt Mars ab. Die pinke Verpackung sei nicht darum pink, um Frauen anzusprechen. «Das ist eine Signalfarbe, die sich von anderen abhebt.»

Coop sieht hierbei auch kein Problem, geschweige denn Handlungsbedarf. «Das Produkt ist im Rahmen einer limitierten Auflage bei unseren Kundinnen und Kunden beliebt. Die Verpackung orientiert sich an der «M&M»-Sorte», sagt Mediensprecher Patrick Häfliger auf Anfrage.

*Name der Redaktion bekannt

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Antisemitismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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