KI-Chatbot: Italien sperrt ChatGPT aus Datenschutzgründen

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KI-ChatbotItalien sperrt ChatGPT aus Datenschutzgründen

Aufgrund von Datenschutzbedenken wird der beliebte Chatbot in Italien vorläufig nicht mehr verfügbar sein. Die Anordnung kommt von der nationalen Datenschutzbehörde. 

In Italien ist der Zugriff auf ChatGPT bis auf Weiteres nicht mehr möglich.
Die Anordnung ist gemäss der nationalen Datenschutzbehörde vorübergehend und gelte, bis das Unternehmen das EU-Datenschutzgesetz, die Allgemeine Datenschutzverordnung (GDPR), respektiere.
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In Italien ist der Zugriff auf ChatGPT bis auf Weiteres nicht mehr möglich.

IMAGO/NurPhoto

Darum gehts

  • Italien sperrt den KI-Chatbot ChatGPT.

  • Dies aufgrund angeblicher Verstösse gegen den Datenschutz.

  • Die Anordnung sei vorübergehend, bis das Unternehmen das EU-Datenschutzgesetz respektiere.

Der auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Chatbot ChatGPT wird in Italien aus Datenschutzgründen vorerst gesperrt. Der Entwickler der Anwendung, das US-Unternehmen OpenAI, dürfe die Daten italienischer Internetnutzer «mit sofortiger Wirkung» nur noch eingeschränkt verarbeiten, erklärte die Datenschutzbehörde des Landes am Freitag. ChatGPT habe sich nicht an Datenschutz- und Jugendschutzregeln gehalten.

ChatGPT erstellt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Texte. Nutzer können einzelne Befehle oder Sätze vorgeben, die das System dann mithilfe riesiger Datenmengen aus dem Internet eigenständig ergänzt.

Fehlender Jugendschutz

Die italienische Behörde kritisiert insbesondere, dass OpenAI keine Rechtsgrundlage für das massenhafte Sammeln und Speichern personenbezogener Daten habe. Auch fehle es an Massnahmen zum Jugendschutz, etwa gebe es keine Alterskontrolle für Minderjährige.

Das US-Unternehmen solle nun «innerhalb von 20 Tagen über ergriffene Massnahmen informieren», erklärte die Behörde weiter. Andernfalls drohe «eine Strafe von bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes».

Verwendest du ChatGPT?

Auf beiden Seiten des Atlantiks mehren sich momentan die Forderungen, neue ChatGPT-Versionen auszusetzen und den Hersteller OpenAI wegen einer Reihe von Risiken für Datenschutz, Cybersicherheit und Desinformation zu untersuchen. Elon Musk und Dutzende von KI-Experten forderten diese Woche eine Pause bei der Aktualisierung von ChatGPT. Auch die Verbraucherschutzorganisation BEUC forderte am 30. März, dass die EU und die nationalen Behörden, einschliesslich der Datenschutzbeauftragten, ChatGPT untersuchen sollten.

Zudem erklärte die Polizeibehörde Europol jüngst, Kriminelle und Betrüger könnten sich die Anwendung zu Nutze machen. Der Chatbot könne etwa Informationen geben, «wie man in ein Haus einbricht, bis hin zu Terrorismus, Cyberkriminalität und sexuellem Missbrauch von Kindern». 

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(AFP/bre)

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