Junge Kanoniere ballern Kartoffeln 200 Meter weit
Sieben Jugendliche aus Aesch pflegen ein explosives Hobby: Sie schiessen mit selbst gebauten Kanonen Kartoffeln über die Felder.
«Es ist faszinierend, dass man aus Alltagsgegenständen eine Kanone bauen kann, die so weit schiesst», erklärt der 20-jährige Claude Hohl vom KK-Club Aesch. Vor anderthalb Jahren stiessen Claude und seine Kollegen im Internet auf Berichte über Kartoffelkanonen und begannen diese aus Sanitärrohren und Elektrozündern aus dem Baumarkt nachzubauen – Kostenpunkt etwa 50 Franken. Als Munition werden Kartoffeln oder Äpfel und als Zündstoff Treibgas verwendet. «Am besten funktioniert Coop-Haarspray», weiss der 16-jährige Felix Eberle.
Einmal pro Monat treffen sich die sieben Hobbykanoniere, um ihre Geräte unter freiem Himmel auszuprobieren. Ganz ungefährlich ist das nicht: Die Kartoffelkanonen haben eine Reichweite von 200 Metern. In Deutschland fallen sie unter das Waffengesetz, in der Schweiz sind sie noch legal. Ende letzten Monats verbot deshalb die Gemeinde dem KK-Club aus Sicherheitsgründen das Abfeuern auf öffentlichem Grund in der Klus. Mittlerweile konnte der KK-Club aber eine neue Lösung finden: Die Jugendlichen dürfen auf dem Feld eines Bauern schiessen, müssen ihm aber dafür beim Heuen und bei anderen Arbeiten helfen.
Sabine Knosala